Konzern-Lagebericht

Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2013

Dieser Lagebericht betrifft den Konzernabschluss der AIXTRON SE, in den folgende Tochterunternehmen einbezogen sind (zusammen als „AIXTRON“, „AIXTRON Konzern“, „das Unternehmen“ oder „die Gesellschaft“ bezeichnet): AIXTRON, Inc., Sunnyvale (USA); AIXTRON Ltd., Cambridge (GB); Nanoinstruments Ltd., Cambridge (GB ); AIXTRON AB, Lund (Schweden); AIXTRON Korea Co. Ltd., Seoul (Südkorea); AIXTRON China Ltd., Shanghai (China); AIXTRON KK, Tokio (Japan) und AIXTRON Taiwan Co. Ltd., Hsinchu (Taiwan).

Der Konzernabschluss der Gesellschaft ist nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards oder „IFRS“), wie vom „International Accounting Standards Board“ oder „IASB“ verlautbart, aufgestellt. Alle in diesem Konzern-Lagebericht enthaltenen Finanzzahlen, einschließlich der Vergleichszahlen für das Vorjahr, sind nach IFRS ausgewiesen. Im Kapitel „Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ des Konzern-Anhangs werden zusätzliche Angaben zu den zugrunde liegenden Rechnungslegungsvorschriften gemacht.

Aufgrund von Rundungsdifferenzen ist es möglich, dass in der Summierung der Einzelpositionen Unterschiede zu den angegebenen Summen auftreten und aus diesem Grunde auch Prozentsätze nicht genau den absoluten Zahlen entsprechen könnten.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Dieser Bericht kann zukunftsgerichtete Aussagen über das Geschäft, die Finanz- und Ertragslage und Gewinnprognosen von AIXTRON im Sinne der "Safe Harbor"-Bestimmungen des US-amerikanischen Private Securities Litigation Reform Act von 1995 enthalten. Begriffe wie "können", "werden", "erwarten", "rechnen mit", "erwägen", "beabsichtigen", "planen", "glauben", "fortdauern" und "schätzen", Abwandlungen solcher Begriffe oder ähnliche Ausdrücke kennzeichnen diese zukunftsgerichteten Aussagen. Solche zukunftsgerichteten Aussagen geben unsere gegenwärtigen Beurteilungen und Annahmen wieder und gelten vorbehaltlich bestehender Risiken und Unsicherheiten. Sie sollten kein unangemessenes Vertrauen in die zukunftsgerichteten Aussagen setzen. Die tatsächlichen Ergebnisse und Trends können wesentlich von unseren zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Dies kann durch Faktoren verursacht werden, wie zum Beispiel die tatsächlich von AIXTRON erhaltenen Kundenaufträge, den Umfang der Marktnachfrage nach Depositionstechnologie, den Zeitpunkt der endgültigen Abnahme von Erzeugnissen durch die Kunden, das Finanzmarktklima und die Finanzierungsmöglichkeiten von AIXTRON, die allgemeinen Marktbedingungen für Depositionsanlagen, und das makroökonomische Umfeld, Stornierungen, Änderungen oder Verzögerungen bei Produktlieferungen, Beschränkungen der Produktionskapazität, lange Verkaufs- und Qualifizierungszyklen, Schwierigkeiten im Produktionsprozess, die allgemeine Entwicklung der Halbleiterindustrie, eine Verschärfung des Wettbewerbs, Wechselkursschwankungen, die Verfügbarkeit öffentlicher Mittel, Zinsschwankungen bzw. Änderung verfügbarer Zinskonditionen, Verzögerungen bei der Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte, eine Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage sowie durch alle anderen Faktoren, die AIXTRON in öffentlichen Berichten und Meldungen aufgeführt und bei der U.S. Securities and Exchange Commission eingereicht hat. In dieser Mitteilung enthaltene zukunftsgerichtete Aussagen beruhen auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen und haben Gültigkeit zum Zeitpunkt dieser Mitteilung. AIXTRON übernimmt keine Verpflichtung zur Aktualisierung oder Überprüfung zukunftsgerichteter Aussagen wegen neuer Informationen, künftiger Ereignisse oder aus sonstigen Gründen, soweit keine ausdrückliche rechtliche Verpflichtung besteht.

1. Grundlagen des Konzerns

1.1. Konzernstruktur

Nachstehende Tabelle beinhaltet eine Liste der AIXTRON Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2013:

NameOrt der HandelsregistereintragungKapitalanteil in %
AIXTRON Ltd.England & Wales100%
AIXTRON ABSchweden100%
AIXTRON Korea Co. Ltd.Südkorea100%
AIXTRON KKJapan100%
AIXTRON China Ltd.China100%
AIXTRON Taiwan Co. Ltd.Taiwan100%
AIXTRON, Inc.USA100%
Nanoinstruments Ltd.England & Wales100%
Genus Trust*USAn.a.

1.2. Leitung und Kontrolle

Zum 31. Dezember 2013 gehörten dem AIXTRON Vorstand der SE die drei folgenden Mitglieder an:

NameFunktionErstmalige BestellungBestellt bis
Martin Goetzeler*Vorsitzender des Vorstands01. März 201328. Februar 2017
Wolfgang BremeFinanzvorstand01. April 200531. März 2016
Dr. Bernd SchulteVorstandsmitglied01. April 200231. März 2015
Dem Aufsichtsrat der AIXTRON SE gehörten zum Ende des Geschäftsjahres 2013 die folgenden sechs Personen an:
NameFunktionMitglied seitBestellt bis
Kim Schindelhauer1)2)3)4)5)Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Kapitalmarktausschusses2002HV 2016
Prof. Dr. Wolfgang Blättchen1)4)Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, unabhängiger Finanzexperte6)1998HV 2016
Dr. Andreas Biagosch2)2013HV 2016
Prof. Dr. Petra Denk2)3)Vorsitzende des Technologieausschusses2011HV 2016
Dr. Martin Komischke2013HV 2016
Prof. Dr. Rüdiger von Rosen1)3)4)Vorsitzender des Nominierungsausschusses2002HV 2016

1.3. Standorte

Die Gesellschaft hat ihren Hauptsitz in Herzogenrath und verfügte zum 31. Dezember 2013 weltweit über insgesamt 15 in ihrem Eigentum befindliche oder gemietete Standorte:

StandortNutzungGröße
(ca. m2)
Ende Mietdauer
Herzogenrath (Eigentum)Unternehmenszentrale, Produktion, Kundendienst, Konstruktion12.457-
Herzogenrath (Eigentum)Forschung & Entwicklung, Produktion, Konstruktion, Vertrieb, Administration16.000-
Aachen (Miete)Forschung & Entwicklung20028.02.2016
Cambridge, Großbritannien (Miete)Produktion, Konstruktion, Forschung & Entwicklung2.18013.09.2019
Cambridge, Großbritannien (Miete)Vertrieb, Kundendienst, Konstruktion1.38627.06.2020
Lund, Schweden (Miete)Konstruktion, Kundendienst44931.12.2014
Sunnyvale, CA, USA (Miete)Produktion, Vertrieb, Kundendienst, Konstruktion, Forschung & Entwicklung9.33831.10.2017
Seoul, Südkorea (Miete)Vertrieb, Kundendienst1.03231.12.2015
Shanghai, China (Miete)Vertrieb, Kundendienst75531.07.2014
Suzhou, China (leased)Vertrieb, Kundendienst53721.06.2014
Yangzhou, China (leased)Vertrieb, Kundendienst9014.10.2014
Hsinchu, Taiwan (Miete)Vertrieb, Kundendienst1.41731.12.2014
Hsinchu, Taiwan (Miete)Vertrieb, Kundendienst47631.03.2014
Tainan, Taiwan (Miete)Kundendienst20327.05.2016
Tokio, Japan (Miete)Vertrieb, Kundendienst36430.09.2014

1.4. Geschäftsmodell

AIXTRON ist ein führender Anbieter von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie. Die Produkte der Gesellschaft werden weltweit von einem breiten Kundenkreis zur Herstellung von leistungsstarken Bauelementen für elektronische und optoelektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs-, Silizium- und organischen Halbleitermaterialien genutzt. Diese Bauelemente werden in der Displaytechnik, der Signal- und Lichttechnik, Glasfaser-Kommunikationsnetzen, drahtlosen und mobilen Telefonieanwendungen, der optischen und elektronischen Datenspeicherung, der Computertechnik sowie einer Reihe anderer Hochtechnologie-Anwendungen eingesetzt.

Die Geschäftstätigkeit von AIXTRON umfasst die Entwicklung, Produktion und Installation von Anlagen für die chemische Abscheidung (Deposition) von Halbleitermaterialien, die Entwicklung von Verfahrenstechniken, die Beratung und Schulung sowie die laufende Kundenbetreuung.

AIXTRON liefert sowohl Depositionsanlagen für die Massenproduktion als auch kleinere Anlagen, beispielsweise für die Forschung und Entwicklung („F&E“) und Vorserienproduktion.

Die Nachfrage nach den Produkten von AIXTRON wird maßgeblich beeinflusst durch die steigenden Anforderungen an die Produktivität (Prozessgeschwindigkeit, Effizienz und Betriebskosten). Mit seinen führenden Technologien zur Materialbeschichtung versetzt AIXTRON seine Kunden in die Lage, die Leistungsfähigkeit und die Qualität modernster mikro- und optoelektronischer Bauelemente zu verbessern und die Ausschussquote bei der Produktion zu verringern.

Der Schutz der Umwelt und ein verantwortungsbewusster Umgang mit Ressourcen sind ein wichtiger Teil der Geschäftsstrategie. Die Ingenieure der Gesellschaft arbeiten zudem daran, die AIXTRON Anlagen sowohl hinsichtlich des Erhalts von Ressourcen als auch hinsichtlich einer umweltfreundlichen Konstruktion und Funktion ständig zu verbessern. Mit der geplanten Implementierung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001:2011 wird AIXTRON einen weiteren Beitrag für die effiziente Nutzung von Energie sowie den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen leisten.

Das Geschäft der Gruppe unterliegt einer Reihe von Risiken, welche die Geschäftsentwicklung, das Geschäftsmodell und die Geschäftsstrategie nachteilig beeinflussen können. Eine ausführliche Aufstellung dieser Risiken befindet sich im Kapitel Risikobericht.

1.5. Technologie und Produkte

Die AIXTRON Produktpalette umfasst kundenspezifische Anlagen für die Abscheidung komplexer Halbleitermaterialien. Hierbei können Substrate unterschiedlicher Materialien und Größen beschichtet werden.

Zur Gasphasenabscheidung so genannter III/V-Verbindungshalbleiter-Materialien zur Herstellung von LEDs, Hochleistungselektronik oder Prozessoren, wird beispielsweise das „MOCVD“-Verfahren (Metall-Organische Gasphasenabscheidung) angewendet. Zur Abscheidung organischer Dünnschichtmaterialien dient das „PVPD“(Polymer-Gasphasenabscheidung)-Verfahren. In diesem Bereich werden auch das „OVPD®“-Verfahren (Organische Gasphasenabscheidung) speziell für großflächige Abscheidungsverfahren zur Herstellung von „OLEDs“ (Organische lichtemittierende Dioden) verwendet. Auch das Verfahren der plasmaunterstützten chemischen Gasphasenabscheidung („PECVD“) zur Herstellung komplexer Kohlenstoff-Nanostrukturen (Kohlenstoff-Nanoröhren, -drähte oder Graphen) kann mit AIXTRON Anlagen angewandt werden.

Im Bereich der Siliziumhalbleiter sind AIXTRON Anlagen in der Lage, Wafer mit bis zu 300mm Durchmesser zu beschichten. Ermöglicht wird dies anhand chemischer Gasphasenabscheidung („CVD“) oder „Atomic Layer Deposition“ („ALD“).

In der folgenden Tabelle sind die angebotenen Produkte und Technologien sowie die entsprechenden Anwendungen und Bauelemente zusammengefasst:

MaterialVerbindungshalbleiterOrganische HalbleiterSiliziumhalbleiter
SystemtechnologieMOCVDOVPD®CVD
CVDPVPD™ALD
PECVD
ProduktePlanetary Reactor®OEC-200 (Cluster Umgebung für R&D Platform)Lynx CVD
Close Coupled Showerhead®OVPD-200 (OVPD Anlage für OEC-200 Cluster Platform)QXP-8300
Nano CVD Reaktoren: BM SeriePRODOS-200 (PVPD Anlage für OEC-200 Cluster Platform)
OVPD Produktionssysteme (Gen2 und größer)
PRODOS Produktionssysteme (Gen2 und größer)
Mögliche AnwendungenLEDsOLEDs für BildschirmeMetall- und Oxidschichten für CMOS-Steuerelektroden
Optoelektronik (Fotodioden, Laser, Modulatoren für Datenübertragung/ Telefonie)OLEDs für AllgemeinbeleuchtungMetall- und Oxidschichten für Kondensatorstrukturen in DRAMs, NAND und PCRAMs
Laser für Unterhaltungselektronik (CDs, DVDs)Organische, transparente Dünnfilm- Solarzellen
Hochfrequenzeinheiten („Hetero Bipolar Transistors“ und „High Electron Mobility Transistors” (HBTs, HEMTs)) für drahtlose DatenübertragungElektronische Halbleiterstrukturen, z.B. für flexible Displays
Siliziumkarbid (SiC) basierte HochstromeinheitenFunktionale Polymerschichten
Galliumnitrid (GaN) basierte LeistungsbauelementeDielektrische oder passivierende Polymerschichten
Solarzellen
Kohlenstoff Nanostrukturen zur Anwendung in der Elektronik, für Bildschirme und in der Hitzeableitung
Graphen-Strukturen für elektronische Anwendungen

AIXTRON liefert darüber hinaus eine breite Palette an Peripheriegeräten und Dienstleistungen. Zusätzlich bietet AIXTRON seinen Kunden Systemunterstützung, Schulung und Beratung.

AIXTRON arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung seiner existierenden Technologien und Produkte. In den vergangenen drei Jahren hat AIXTRON mehrere neue Systemgenerationen und Technologien wie beispielsweise die QXP-8300 für die Silizium Halbleiter Technologie, die G5 Planetary Reactor® Plattform mit der aktuellen G5+ Technologie, die CRIUS®, II-XL Close Coupled Showerhead® Reaktor Technologie und die PRODOS Produkt Linie mit dem PVPD System im Bereich der organischen Halbleitermaterialien, eingeführt.

1.6. Forschung und Entwicklung

Neben dem hochmodernen F&E-Zentrum am Hauptsitz in Herzogenrath unterhält AIXTRON weitere Forschungs- und Entwicklungslabore in Aachen, Cambridge (GB) und Sunnyvale (USA). Diese mit neuesten Generationen bestehender AIXTRON Anlagen ausgestatteten Labore dienen der Erforschung und Entwicklung neuer Systeme, Materialien und Verfahren zur Produktion von Halbleiterstrukturen.

Da eine hohe F&E-Kompetenz für AIXTRON weiterhin von großer strategischer Bedeutung ist, investiert das Unternehmen fortlaufend in entsprechende Forschungs- und Entwicklungsprojekte, um die führende technologische Stellung bei MOCVD-Systemen zu verfolgen und sich gleichzeitig führende Positionen in Wachstumsmärkten, zum Beispiel aus den Bereichen der Hochleistungselektronik, der organischen Halbleiter und zukünftiger Generationen von Speicher- und Prozessoranwendungen, zu erschließen. Nach einer umfassenden Analyse aller Technologiefelder des Unternehmens sieht sich der Vorstand in seiner Einschätzung der anvisierten Zukunftsmärkte und der darauf ausgerichteten F&E-Investitionen bestätigt. Darüber hinaus wurden weitere Technologiebereiche mit attraktivem Marktpotenzial identifiziert. Die Investitionen und F&E-Aufwendungen werden sorgfältig kontrolliert und sehr zielgerichtet in den definierten Wachstumsfeldern eingesetzt. Zusätzlich orientieren sich alle neuen Entwicklungsprojekte an einem definierten Produktentwicklungsprozess, der eine bessere Steuerung und klarere Abgrenzung der Entwicklungsprozesse ermöglicht. AIXTRON beschäftigte im Geschäftsjahr 2013 durchschnittlich ein Team von 297 hochqualifizierten F&E-Mitarbeitern (2012: 337; 2011: 279).

Nähere Informationen zu den F&E-Aufwendungen in den Geschäftsjahren 2011 bis 2013 finden sich im Kapitel „Ergebnisentwicklung“ in diesem Bericht.

Um AIXTRONs Bestreben zur Aufrechterhaltung seiner Position als anerkanntes Technologie- und marktführendes Unternehmen zu untermauern, waren Verbesserungsprogramme für AIXTRONs Produkte und Märkte, d.h. die Bereitstellung verbesserter Prozessfähigkeiten, Fertigungsintegration, höhere Automatisierung und die Entwicklung neuer Systemarchitekturen, stetiger Bestandteil der F&E-Aktivitäten in 2013. All diese Programme zielten darauf ab unseren Kunden, die einem steigenden Margendruck unterliegen, Verbesserungen in Durchsatz und Gesamtbetriebskosten zu ermöglichen.

AIXTRON arbeitet kontinuierlich an der Erschließung neuer Technologie- und Marktsegmente außerhalb der LED-Industrie. Beispielhaft für diese Aktivitäten, wurden im Jahr 2013 mehrere öffentlich geförderte Forschungsprojekte gestartet, in denen AIXTRON als Industriepartner jeweils im Verantwortungsbereich der Abscheidungstechnologie mitwirkt. Einige Projekte sind nachfolgend beispielhaft aufgeführt: Im Projekt „Graphen – Flaggschiff für die Forschung“ wird eine Graphen-Abscheidetechnologie für eine Reihe von Zukunftsanwendungen – etwa für die drahtlose Kommunikation, die Display-Technik, für Sensoren und Energiespeicher – entwickelt. Das Projekt „SMARTONICS" zielt auf den Zukunftsmarkt der organischen Elektronik (z. B. für OLEDs, Sensoren) ab. Im Rahmen des Projekts „MoWSeS“ werden neue 2D-Nanostrukturen/-materialien entwickelt, die in der Transistortechnologie der Zukunft Anwendung finden können.

1.7. Patente

AIXTRON bemüht sich darum, seine Technologie über entsprechende Patente zu sichern, sofern dies für das Unternehmen strategisch sinnvoll und möglich ist. Zum 31. Dezember 2013 nutzte die Gesellschaft 198 patentrechtlich geschützte Erfindungen, wovon im Berichtszeitraum 24 zum Patent angemeldet wurden. Patentschutz für diese Erfindungen besteht in den für AIXTRON wesentlichen Absatzmärkten, insbesondere in Europa, China, Japan, Südkorea, Taiwan und den USA. Diese Patente werden jährlich erneuert und laufen zwischen 2014 und 2033 aus.

AIXTRON verfügt außerdem sowohl über exklusive als auch nicht-exklusive Rechte an Patenten von Dritten, die AIXTRON Produkte und auch SAP Software-Lizenzen betreffen.

AIXTRON ist Lizenznehmer bestimmter Patente der Centre National de la Recherche Scientifique sowie der Universal Display Corporation, die für die Geschäftstätigkeit des Unternehmens im Bereich der Abscheidungstechnologien von Bedeutung sind. Gemäß dieser Lizenzen verkauft AIXTRON Epitaxiereaktoren, die die Materialbeschichtung steuern und durch Dünnfilm-Beschichtungsprozesse hergestellt werden und die eine hohe Präzision bei der Flüssigkeitsdosierung, der Verdampfung und Gasphasenabscheidung metallorganischer Materialien, die für die Herstellung von photonischen und elektronischen Bauteilen erforderlich sind, gewährleisten. Vergleichbare Grundsätze kommen für die Entwicklung von organischen chemischen Gasphasen-Depositions-Bauteilen, die in der Herstellung von organischen, lichtemittierenden Bauteilen Anwendung finden, zum Einsatz. Der Vorstand sieht es jedoch als unzweckmäßig an, die Anteile der Umsatzerlöse jener Produkte, deren zugrundeliegenden Technologien auf diesen Vereinbarungen beruhen, zu quantifizieren, da diese aufgrund der ihnen gemeinsamen Technologie in einer Gruppe zusammengefasst werden können.

1.8. Produktion und Beschaffung

AIXTRON konzentriert sich bei der Produktion in erster Linie auf die Endmontage, welche die Anlagenkonfiguration und -abstimmung, sowie die Endprüfung umfasst. Die zur Herstellung der Anlagen erforderlichen Komponenten und die Mehrzahl der vormontierten Baugruppen bezieht die Gesellschaft von externen Lieferanten und Dienstleistern. Diese werden sorgfältig ausgewählt und auf ihre Eignung überprüft, Anlagenteile oder ganze Baugruppen zu beschaffen, zu liefern, gegebenenfalls vorzumontieren und testen zu können. Ziel ist in der Regel aus strategischen Gründen für jede AIXTRON Komponente bzw. jede Baugruppe mehrere Lieferanten zu qualifizieren. Einige Schlüsselkomponenten für seine Anlagensysteme bezieht das Unternehmen jedoch aus einer Hand, wodurch es an Verträge mit diesem spezifischen Zulieferer gebunden ist. Der Montageprozess wird von AIXTRON Mitarbeitern geleitet und überwacht. Die Endmontage wird unter Zuhilfenahme externer Dienstleister in der eigenen Produktionsstätte durchgeführt.

Im Jahr 1994 wurde die AIXTRON SE nach dem internationalen QM-Standard DIN EN ISO 9001 erstmalig zertifiziert. Im Jahr 2003 wurde das prozessorientierte Managementsystem erfolgreich nach dem weltweiten Standard DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert. Im Oktober 2009 erfolgte dann die Umstellung auf die DIN EN ISO 9001:2008.
Die Gesellschaft erfüllt alle international und national gültigen Standards und Richtlinien des Maschinen- und Anlagenbaus mit Relevanz für die AIXTRON Produkte.

Die CE-Kennzeichnung bestätigt die Konformität der Produkte mit den zutreffenden europäischen Richtlinien und Standards. Darüber hinaus werden für die Zulassung von AIXTRON Produkten am US-Markt die dort gültigen UL-Normen sowie die empfohlenen Richtlinien der SEMI-Organisation erfüllt.

Bei der Neu- und Weiterentwicklung von AIXTRON Produkten werden u.a. die internationalen Richtlinien zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe (RoHS) strengstens berücksichtigt. Die Erfüllung der internationalen und nationalen Standards und Richtlinien sowie der internen Compliance-Richtlinien wird in geeigneter Weise überwacht. Die Prüfzertifikate von verschiedenen unabhängigen Institutionen, wie z.B. „TÜV“ und „ETL“ bestätigen für die AIXTRON Produkte die Konformität mit internationalen / nationalen Standards und Richtlinien.

1.9. Vertrieb und Kundendienst

Der AIXTRON Konzern vermarktet und verkauft seine Produkte weltweit, und zwar über die eigene Verkaufsorganisation, Handelsvertreter und Vertragshändler.

Die eigene Vertriebs- und Serviceorganisation von AIXTRON bietet dem Kunden das gesamte Spektrum an Dienstleistungen, von der kundenspezifischen Entwicklung einer AIXTRON Anlage bis zur Anlageninstallation sowie der Schulung der Kunden und dem Kundendienst nach Inbetriebnahme seiner Systeme.

1.10. Mitarbeiter

Der Erfolg des Unternehmens wird maßgeblich durch die Leistung und Motivation der Mitarbeiter beeinflusst. Die Mitarbeiterauswahl bei AIXTRON erfolgt nach fachlichen und persönlichen Qualifikationen sowie Erfahrungen. Neben direkten Stellenangeboten ist das Unternehmen regelmäßig auf Jobmessen und ähnlichen Veranstaltungen vertreten, ist in der lokalen Presse präsent und kooperiert darüber hinaus eng mit Universitäten weltweit, wie z.B. der RWTH Aachen und der Cambridge-Universität, um neue Mitarbeiter zu gewinnen.

Als global agierendes Unternehmen mit einer internationalen Firmenkultur legt AIXTRON großen Wert auf Vielfalt („Diversity“) im Unternehmen und sieht dies als Wettbewerbsvorteil. Ziel ist hierbei, eine produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen zu erreichen, soziale Diskriminierung von Minderheiten zu verhindern und eine Kultur der Chancengleichheit zu etablieren.

Führungsqualität in einer Organisation hat ebenfalls großen Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens. Im Rahmen des 5-Punkte-Programms wird AIXTRON diese daher gezielt fördern.

Im Geschäftsjahr 2013 ging die Zahl der Mitarbeiter von 964 zum Ende des Jahres 2012 um 20% auf 776 zum 31. Dezember 2013 zurück. Dies ist im Wesentlichen auf den weltweiten Stellenabbau von ca. 20% im Rahmen des 5-Punkte-Programms des Unternehmens zur Kostensenkung und Rückkehr in die Profitabilität zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund, und aufgrund des anhaltend geringen Geschäftsvolumens, betraf der größte absolute Personalrückgang den Bereich Produktion & Service, während der prozentuale Rückgang im Bereich Vertrieb am stärksten war. Wie in Vorjahren wird der größte Teil der Arbeitnehmer im Bereich Produktion und Service beschäftigt. Im Jahr 2012 war mit 5% der größte Anstieg der Mitarbeiterzahl im Bereich F&E zu verzeichnen.

Mitarbeiter nach Funktionsbereichen2013201220112013-2012
31. Dez.%31. Dez.%31. Dez.%abs.%
Vertrieb668889859-22-25
Forschung und Entwicklung264343333531832-69-21
Produktion und Service338444274445046-89-21
Verwaltung108141161212513-8-7
Gesamt776100964100978100-188-20

Zum 31. Dezember 2013 war der größte Teil der weltweiten Belegschaft von AIXTRON, wie in den Vorjahren, in Europa beschäftigt. Allerdings war diese Region dadurch auch am stärksten von dem weltweiten Personalabbau betroffen.

Mitarbeiter nach Regionen2013201220112013-2012
31. Dez.%31. Dez.%31. Dez.%abs.%
Asien168221882018119-20-11
Europa491636606866067-169-26
USA11715116121371411
Gesamt776100964100978100-188-20

1.11. Kunden und Regionen

AIXTRON Kunden konzentrieren sich unter anderem auf die Herstellung von LEDs, integrierten Schaltkreisen sowie Bauelementen für die Hochleistungselektronik, Optoelektronik oder für drahtlose Datenübertragungen und Speicheranwendungen. Einige dieser Kunden sind vertikal integriert und beliefern die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zum Endverbraucher. Andere wiederum sind unabhängige Hersteller von Bauelementen, welche die auf AIXTRON Anlagen produzierten Chips und Bauelemente an Unternehmen der nächsten Stufe in der Wertschöpfungskette, die Hersteller elektronischer Geräte, liefern. Zu den Kunden der Gesellschaft zählen auch Forschungsinstitute und Universitäten. Die führenden Hersteller für Bauelemente produzieren vorwiegend in Asien. Daher erzielt auch AIXTRON den Großteil seiner Umsätze dort.

Das Kapitel „Umsatzentwicklung“ enthält eine detaillierte Aufstellung der Umsätze nach Technologien und Regionen.

1.12. Wettbewerbsposition

Hauptwettbewerber im Markt für MOCVD-Anlagen ist weiterhin Veeco Instruments, Inc. (USA) mit Teilen seines „LED & Solar“-Geschäftsfelds. Daneben steht AIXTRON mit verschiedenen asiatischen Herstellern im Wettbewerb, einschließlich Taiyo Nippon Sanso (Japan). Aufgrund der zunehmend positiven Wachstumsaussichten des Markts für LED-Endanwendungen, und damit auch des MOCVD-Anlagenmarkts, hat sich gezeigt, dass auch Anlagenhersteller aus benachbarten Industriezweigen versuchen, eigene MOCVD-Anlagen für ihre Kunden zu entwickeln. So haben beispielsweise Jusung Engineering Co. Ltd. (Südkorea), Nuflare Technology Inc. (Japan) oder Valence Process Equipment (USA) an der Entwicklung eigener Anlagenlösungen zur Herstellung von LEDs gearbeitet. Auch einige chinesische Unternehmen arbeiten, gestützt durch entsprechende Regierungsinitiativen, an der Entwicklung und Produktion von MOCVD-Anlagen.

Auf Basis der zuletzt veröffentlichten Studien schätzt das Marktforschungsinstitut Gartner Dataquest (April 2013) den Marktanteil von AIXTRON am weltweiten Markt für MOCVD-Anlagen in 2012 auf rund 45% (Gesamtmarktgröße 2012: USD 446 Mio.). AIXTRONs Hauptwettbewerber Veeco Instruments, Inc. hielt im gleichen Zeitraum einen geschätzten Marktanteil von insgesamt ca. 52%. Mittel- bis langfristiges Ziel AIXTRONs bleibt es, eine marktführende Position im weltweiten MOCVD-Anlagenmarkt einzunehmen. Nach neueren Schätzungen von Gartner Dataquest (Dezember 2013) sollte sich die Gesamtmarktgröße für MOCVD-Anlagen im Jahr 2013 auf rund USD 314 Mio. verringert haben, wobei sich der Markt weiterhin maßgeblich auf AIXTRON und Veeco Instruments, Inc. aufteilt.

Bei Anlagen zur Herstellung von organischen Halbleitern konkurriert AIXTRON mit etablierten Herstellern wie Ulvac, Inc. (Japan), Tokki Corporation (Japan), SNU Precision (Südkorea), Sunic System (Südkorea) sowie einer Anzahl kleinerer Unternehmen. Während diese vakuumthermische Verdampfungstechnologien (Vacuum Thermal Evaporation, VTE) und Polymertechnologien zur Herstellung von OLEDs (Organic Light Emitting Diodes) einsetzen, verwendet AIXTRON die hochinnovative Technologie der organischen Gasphasenabscheidung OVPD® (Organic Vapor Phase Deposition) oder der polymeren Gasphasenabscheidung PVPD (Polymer Vapor Phase Deposition) für großflächige Beschichtungen. AIXTRON ist davon überzeugt, dass diese Technologien den herkömmlichen VTE und polymertechnischen Verfahren technisch überlegen sind und erhebliche Potenziale zur Senkung der Herstellungskosten für OLEDs, speziell für große Displays, mit sich bringen. AIXTRON sieht sich als potenzieller Lieferant von Depositionsanlagen zur Herstellung von OLEDs der nächsten Generation gut positioniert. Diese großflächigen Anwendungen werden möglicherweise in Displays, in der Beleuchtung, in Solarzellen und in anderen elektronischen OLED-Anwendungen eingesetzt werden.

Die AIXTRON Systemtechnologie sowie die Kunden und deren OLED-Anwendungen befinden sich noch in der Phase der Markteinführung, weshalb Marktdaten für diesen Bereich derzeit weder verfügbar noch aussagekräftig sind.

Bei CVD- und ALD-Anwendungen steht AIXTRON mit diversen Anlagenherstellern im Wettbewerb. Hierzu gehören u.a. Applied Materials, Inc. (USA), Tokyo Electron Ltd. (Japan), ASM International N.V. (Niederlande), IPS Technology (Südkorea), Jusung Engineering Co. Ltd. (Südkorea) und Hitachi Kokusai Electric Co. Inc. (Japan). Applied Materials, Inc. (USA) und Tokyo Electron Ltd. (Japan) haben einen Vertrag über ihren Zusammenschluss unterzeichnet. Mit seinen Technologien zur Herstellung von Siliziumhalbleitern ist AIXTRON für Strukturgrößen von 28nm und darunter bei Speicherchips und Mikroprozessoren gut positioniert. Diese Technologien ermöglichen eine extrem hohe Präzision bei der Abscheidung sehr dünner Materialschichten, z. B. für die Herstellung komplexer dreidimensionaler Strukturen für die Mikroelektronik. Damit eröffnen sie der Halbleiterindustrie neue Möglichkeiten der Materialbeschichtung von Halbleiterbauteilen der nächsten Generation und haben nach Ansicht von AIXTRON hohes Entwicklungspotenzial für die Zukunft.

Der Zielmarkt für AIXTRONs Technologien zur Herstellung spezieller Anwendungen, wie Steuerelektroden und Kondensatorstrukturen (Gate Stacks, Capacitors), wurde von Gartner Dataquest (Dezember 2013) für 2013 auf USD 247 Mio. geschätzt. Für Produktionsanlagen zur Herstellung von Speicherprodukten mit Strukturgrößen von 28nm und weniger, lagen die AIXTRON Auftragseingänge und Umsätze hieraus in 2013 auf einem weiterhin niedrigen Niveau. AIXTRONs Marktanteil wird daher in diesem Segment als nicht wesentlich erachtet.

1.13. Unternehmensinternes Steuerungssystem

Der Vorstand der AIXTRON SE setzt zur Steuerung des Unternehmens und zur Überwachung, Analyse und Dokumentation von Unternehmensrisiken und -chancen eine Vielzahl von Kontrollsystemen und -verfahren ein. Dazu gehört ein Kennzahlensystem, das die relevanten Geschäftsbereiche umfasst. Ein besonderer Fokus liegt hier auf den Steuerungsbereichen „Markt“, „Finanzen“ und „Technologieentwicklung“.

Im Kontrollbereich „Markt“ verfolgt AIXTRON eine marktorientierte Produktentwicklungsstrategie unter Zuhilfenahme externer Analysen und direkter Kundenkontakte. Die Produktentwicklungsstrategie ist gekennzeichnet durch die sorgfältige Beobachtung künftiger Marktentwicklungen und Kundenanforderungen. Das Ziel dieser Strategie ist es, rechtzeitig neue, wettbewerbsfähige und auf die Kundenbedürfnisse abgestimmte Produktgenerationen auf den Markt zu bringen.

Im Kontrollbereich „Finanzen“ verwendet der Vorstand verschiedene interne und externe Kennzahlen, wie Auftragseingänge, Umsatzerlöse, Deckungsbeiträge, Nettoergebnisse und Cashflow. Mithilfe dieser Kennzahlen wird das Ziel verfolgt, profitables Umsatzwachstum mit Kosten und Vermögenseffizienz zu verbinden, um so eine nachhaltige Wertsteigerung zu erzielen.

Den Kontrollbereich „Technologieentwicklung“ prüft der Vorstand mit Hilfe interner und externer Kennzahlen, um die Projektfortschritte wesentlicher Forschungs- und Entwicklungsprojekte überwachen zu können. Er überprüft regelmäßig die Einhaltung von Projektplänen und Zielvorgaben, wie zum Beispiel Kosten-, Zeit- und Margenziele. Nach Einführung der Produkte, werden beispielsweise die Entwicklung der Umsatzerlöse und Margenprofile überwacht. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass laufende Produktentwicklungen immer den erforderlichen technischen und Marktansprüchen gerecht werden.

1.14. Rechtliche Rahmenbedingungen

Aufgrund der Klassifizierung der AIXTRON Produkte ist es in Deutschland, Großbritannien und den USA gesetzlich vorgeschrieben, eine Exportlizenz (beispielsweise vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, BAFA, in Deutschland, vom „Department for Business, Innovation and Skills“ in Großbritannien sowie vom „Department of State“ und „Department of Commerce“ in den USA) für die Lieferung bestimmter Produkte in bestimmte Länder zu beantragen.

Im Rahmen der Forschung und Entwicklung, wie auch in der Produktion und bei der Vorführung von Anlagen, werden möglicherweise gesundheitsgefährdende oder radioaktive Materialien verwendet. Daher ist AIXTRON strengen Umwelt- und Sicherheitsbestimmungen unterworfen.

Aufgrund der Börsennotiz der AIXTRON SE in den USA unterliegt das Unternehmen auch den Regelungen der amerikanischen Börsengesetzgebung sowie den Vorschriften des Sarbanes-Oxley Act von 2002 und des Dodd Frank-Acts von 2010. AIXTRON unterliegt weiteren Bestimmungen, wie beispielsweise dem US-Korruptionsschutzgesetz und dem UK Bribery Act in Bezug auf das Führen von Büchern und Aufzeichnungen zur Verhinderung von Bestechung.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Weltwirtschaft

Als Investitionsgüterhersteller ist der AIXTRON Konzern von der Entwicklung des allgemeinen wirtschaftlichen Umfelds insofern betroffen, als diese sich auf die Absatzmöglichkeiten und damit auch die Investitionsbereitschaft seiner Kunden auswirkt.

Zwar musste sich die Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2013 keinen größeren neuen Herausforderungen stellen; dennoch entwickelte sie sich nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit einem Wachstum von 3,0% weiterhin verhalten. Die Ursache hierfür liegt in der Kombination einer moderaten wirtschaftlichen Erholung in den Industrienationen und einer deutlich nachlassenden Wachstumsdynamik in wesentlichen Schwellen- und Entwicklungsländern. Auch die Finanzmärkte konnten sich im Geschäftsjahr 2013 weiter stabilisieren. Wesentliche Impulse für die Geschäftsentwicklung von AIXTRON gingen von der allgemeinen weltwirtschaftlichen Lage nicht aus.

Nach einem leichten Anstieg des US-Dollar-Wechselkurses im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2013 zeigte sich die US-Währung im Verlauf der zweiten Jahreshälfte des Geschäftsjahrs 2013 wieder schwächer. Diese Entwicklung war unter anderem auf die Geldpolitik der US-Notenbank und den politischen Streit über die Anhebung der Schuldenobergrenze zurückzuführen. Dementsprechend wertete der US-Dollar gegenüber dem Euro zum 31. Dezember 2013 im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahrs 2012 auf 1,377 USD/EUR ab (2012: 1,319 USD/EUR). Dies entspricht einem Rückgang um 4%. Im Jahresdurchschnitt lag der Wechselkurs bei 1,328 USD/EUR im Jahr 2013 (2012: 1,286 USD/EUR), so dass der US-Dollar gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt um ca. 3% abwertete. Diese Entwicklung hatte negative Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragslage des AIXTRON Konzerns.

Der AIXTRON Vorstand wird die Entwicklung der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte auch weiterhin analysieren und darauf aufbauend entscheiden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um AIXTRON vor nachteiligen exogenen Einflüssen zu schützen.

2.2. Absatzmarkt für Halbleiteranlagen

2013 verzeichnete der gesamte Anlagenbau für die Elektroindustrie (Schätzung von Gartner Dataquest im Dezember 2013) ein Wachstum von 2% und lag damit unter dem Niveau des weltweiten realen Wirtschaftswachstums (wie vom IWF im Update des World Economic Outlook am 21. Januar 2014 veröffentlicht).

Im Vergleich dazu gingen die Investitionen im Teilbereich der Halbleiterindustrie 2013 um etwa 4,6% zurück. Investitionen in der Unterkategorie der sogenannten Wafer-Fab-Anlagen, zu denen auch die Depositionsanlagen von AIXTRON gehören, verringerten sich im Jahresvergleich um 9,1% (gemäß Gartner Dataquest, Dezember 2013). Der weltweite Markt für MOCVD-Anlagen, als Teilbereich der Wafer-Fab-Anlagen, ging von ca. USD 446 Mio. im Jahr 2012 um 30% auf ca. USD 314 Mio. im Jahr 2013 zurück (gemäß Gartner Dataquest, März 2013 und Dezember 2013).

Größter Umsatztreiber für AIXTRON war auch im Geschäftsjahr 2013 wieder der Verkauf von MOCVD-Systemen zur Herstellung von LEDs: Insgesamt erwirtschaftete AIXTRON in diesem Bereich 39% (2012: 48%; 2011: 83%) seiner gesamten Anlagenumsatzerlöse.

2.3. Der Absatzmarkt für LEDs

Nach einem im Januar 2014 veröffentlichten Bericht von IHS, einem unabhängigen Halbleiter-Marktforschungsunternehmen, ist der Markt für Galliumnitrid basierte LEDs, die mit AIXTRONs Verbindungshalbleiteranlagen produziert werden können, gemessen in Stückzahlen in 2013 um 17% gestiegen.

Laut Branchenexperten sind die LED-Preise im Jahresverlauf um 20-30% gefallen und werden voraussichtlich auch 2014 in ähnlicher Größenordnung rückläufig sein. Dementsprechend prognostizierte IHS ein Wachstum des Marktes für Galliumnitrid basierte LEDs um lediglich 4% von USD 12,4 Mrd. 2013 auf USD 12,9 Mrd. 2014.

Der anhaltende Rückgang der LED-Preise, politische Vorgaben und Anstrengungen seitens der Hersteller haben dazu beigetragen, dass die Akzeptanz von LED-Beleuchtungsanwendungen bei Handel, Industrie und Verbrauchern zunehmend an Dynamik gewinnt.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IHS (Dezember 2013) soll der Weltmarkt für LEDs für die allgemeine Beleuchtung von 495 Millionen gelieferten Einheiten in 2013 auf 3,6 Milliarden gelieferte Einheiten in 2020 wachsen. Der Anteil LED-basierter Beleuchtung am allgemeinen Beleuchtungsmarkt soll unterstützt durch eine zunehmende Verfügbarkeit preislich und qualitativ attraktiver LED-Leuchtmittel von 3% in 2013 auf 31% in 2020 steigen.

2.4. Ertragslage

2.4.1. Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2013 beliefen sich auf EUR 182,9 Mio. Damit waren sie um EUR 45,0 Mio. bzw. 20% niedriger als im Jahr 2012, in dem Umsatzerlöse in Höhe von EUR 227,8 Mio. erwirtschaftet wurden. Trotz der deutlich gestiegenen Kapazitätsauslastungen in AIXTRONs Zielbranchen, z. B. bei führenden taiwanesischen und koreanischen LED-Herstellern, verharrte die Nachfrage nach den AIXTRON Produktionsanlagen während des gesamten Geschäftsjahres 2013 auf einem sehr niedrigen Niveau. Wichtigster Einflussfaktor für den Umsatzrückgang im vorangegangenen Geschäftsjahr war die allgemeine Investitionszurückhaltung der AIXTRON Kunden vor dem Hintergrund weiterhin vorhandener Überkapazität bei der LED-Produktion, welche noch nicht vollständig durch die gestiegene Nachfrage nach LED-Produkten abgebaut werden konnte. Aus diesem Grund verzeichnete AIXTRON eine deutlich geringere Nachfrage nach MOCVD-Depositionsanlagen als noch am Anfang des Jahres erwartet. Die geringe Marktnachfrage führte zu einem niedrigeren Preisniveau bei MOCVD-Anlagen. Die Anlagen-Umsätze in 2013 sanken um 22% auf EUR 138 Mio. (2012: EUR 176,9 Mio.; 2011: EUR: 556,3 Mio.). Im Geschäftsjahr 2013 leisteten die MOCVD-Anlagen zur Produktion von LEDs mit 39% des Anlagenumsatzes weiterhin den größten Umsatzbeitrag. Mit Einführung einer neuen Produktgeneration im laufenden Geschäftsjahr erwartet AIXTRON in diesem Bereich wieder höhere Verkaufspreise und steigende Margenbeiträge.

Der Auftragseingang für das Geschäftsjahr 2013 blieb im Jahresvergleich stabil bei EUR 131,4 Mio. (2012: EUR 131,4 Mio.; 2011: EUR 513,4 Mio.).

Die verkauften Depositionsanlagen und Upgrades werden von den AIXTRON Kunden insbesondere für die Herstellung von LEDs verwendet, die noch hauptsächlich als Hintergrundbeleuchtungseinheiten für LCD-Bildschirme, aber auch zunehmend für den LED-Beleuchtungsmarkt eingesetzt werden. Die nächstgrößten Nachfragetreiber im Geschäftsjahr 2013 waren ALD-Anlagen für die Herstellung von DRAM Speicherchips. Insgesamt entfielen 75% der Umsatzerlöse im Jahr 2013 auf Anlagenverkäufe (2012: 78%; 2011: 91%).

25% der Umsatzerlöse wurden im Geschäftsjahr 2013 durch den Verkauf von Ersatzteilen und Serviceleistungen erzielt, deren Anteil um 3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert lag (2012: 22%; 2011: 9%), was hauptsächlich auf die weiterhin niedrigen Anlagenumsatzerlöse trotz größeres Produktionsmaschinenbestands zurückzuführen ist. In absoluten Zahlen lagen die Umsatzerlöse mit Ersatzteilen und Serviceleistungen in 2013 um 12% unter dem Vorjahreswert (2013: EUR 44,8 Mio.; 2012: EUR 51,0 Mio.; 2011: EUR 54,7 Mio.).

Umsatzerlöse nach Anlagen, Ersatzteilen & Kundendienst2013201220112013-2012
Mio. EUR%Mio. EUR%Mio. EUR%Mio. EUR%
Anlagen-Umsatzerlöse138,075176,978556,391-38,9-22
Sonstige Umsatzerlöse (Kundendienst, Ersatzteile etc.)44,82551,02254,79-6,2-12
Gesamt182,9100227,8100611,0100-44,9-20

Mit 78% entfiel weiterhin der Hauptanteil der gesamten Umsatzerlöse in 2013 auf die Nachfrage von Kunden aus Asien und hatte damit, bei insgesamt rückläufigen Umsatzerlösen, denselben Prozentsatz wie im Vorjahr (2012: 78%; 2011: 90%). Der europäische Umsatzanteil im Geschäftsjahr 2013 betrug 13% (2012: 9%; 2011: 4%), die restlichen 9% der Umsatzerlöse wurden in den USA erwirtschaftet (2012: 13%; 2011: 6%).

Umsatzerlöse nach Regionen2013201220112013-2012
Mio. EUR%Mio. EUR%Mio. EUR%Mio. EUR%
Asien141,878177,578547,890-35,7-20
Europa24,21321,4926,342,813
USA16,9929,01336,96-12,1-42
Gesamt182,9100227,8100611,0100-44,9-20

2.4.2. Ergebnisentwicklung

Kostenstruktur
Kostenstruktur2013201220112013-2012
GesamtjahrGesamtjahrGesamtjahr 
Mio. EUR% UmsatzMio. EUR% UmsatzMio. EUR% UmsatzMio. EUR%
Herstellungskosten190,3104227,4100379,562-37,1-16
Bruttoergebnis-7,4-40,40231,438-7,8n.a.
Betriebsaufwendungen88,448132,758118,519-44,3-33
Vertriebskosten29,01634,81532,15-5,8-17
Allgemeine Verwaltungskosten18,21019,6934,06-1,4-7
Forschungs- und Entwicklungskosten57,23172,93250,48-15,7-22
Sonstige betriebliche (Erträge) und Aufwendungen, netto-16,0-95,522,00-21,5n.a

Im Rahmen der AIXTRON Hauptversammlung am 23. Mai 2013 präsentierte der seit dem 1. März 2013 amtierende Vorstandsvorsitzende Martin Goetzeler ein 5-Punkte-Programm zur Wiederherstellung der nachhaltigen Profitabilität des Unternehmens auch unter schwierigen Marktbedingungen. Anhand von gezielten Einzelprojekten sollen folgende fünf Themenkomplexe adressiert werden: 1) der Fokus auf den Kundennutzen, 2) die Nutzung des Technologie- und Produktportfolios, 3) die Prozessabläufe, 4) die Orientierung an Finanzzielen und 5) die Stärkung der Führungs- und Unternehmenskultur. Ein zentraler Punkt dieses Programms ist die Steigerung der Kosteneffizienz sowie ein proaktives Vermögensmanagement.

Herstellungskosten

Die Herstellungskosten verringerten sich im Jahresvergleich in absoluten Zahlen von EUR 227,4 Mio. im Geschäftsjahr 2012 auf EUR 190,3 Mio. im Geschäftsjahr 2013 (2011: EUR 379,5 Mio.). Der Rückgang ist insbesondere auf niedrigere umsatzabhängige Kosten zurückzuführen. Negativ wirkte sich dagegen die Ausbuchung der durch einen Brand vernichteten Lagerbestände aus. Die Herstellungskosten lagen im Verhältnis zum Umsatz im Geschäftsjahr 2013 bei 104% (2012: 100%; 2011: 62%).

Bruttoergebnis, Bruttomarge

Vor dem Hintergrund der zuvor beschriebenen Einflüsse sowie niedrigerer erzielter Preise für MOCVD-Anlagen verringerte sich das Bruttoergebnis der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2013 trotz einer Reihe von Kostensenkungsmaßnahmen im Rahmen des 5-Punkte-Programms auf EUR -7,4 Mio. (2012: EUR 0,4 Mio.; 2011: EUR 231,4 Mio.), was in einer negativen Bruttomarge von -4% resultierte (2012: 0%; 2011: 38%).

Betriebsaufwendungen

Im Rahmen des oben erwähnten 5-Punkte-Programms hat der Vorstand unter anderem beschlossen, die Betriebsaufwendungen um mindestens 20% zu senken, was über alle Funktionsbereiche hinweg auch mit einem Stellenabbau von ca. 20% der weltweiten Stellen einherging. Mit einem Großteil der betroffenen Belegschaft in Deutschland, d.h. ca. 100 Mitarbeitern, konnten Aufhebungsvereinbarungen abgeschlossen werden.

Ein positiver Effekt dieser Maßnahmen war die erste Optimierung der Kostenstrukturen der Gesellschaft, was sich zum Teil im Rückgang der Vertriebs- und Verwaltungskosten von EUR 54,4 Mio. in 2012 auf EUR 47,2 Mio. in 2013 widerspiegelt.

Folgende Einzeleffekte sind dabei zu berücksichtigen:
Die Vertriebskosten im Geschäftsjahr 2013 gingen, im Einklang mit der Geschäftsentwicklung, in absoluten Zahlen um 17% von EUR 34,8 Mio. auf EUR 29,0 Mio. zurück (2011: EUR 32,1 Mio.). Im Verhältnis zum Umsatz waren die Vertriebskosten stabil bei 16% (2012: 15%; 2011: 5%).

Im Geschäftsjahr 2013 verringerten sich die allgemeinen Verwaltungskosten im Jahresvergleich um 7% auf EUR 18,2 Mio. (2012: EUR 19,6 Mio.; 2011: EUR 34,0 Mio.), was hauptsächlich auf niedrigere Kosten externer Dienstleistungen und Kosten für Softwarelizenzen zurückzuführen ist. Im Verhältnis zum Umsatz waren auch die Verwaltungskosten im Jahresvergleich nahezu stabil bei 10% in 2013 (2012: 9%; 2011: 6%), was primär auf die enthaltenen Restrukturierungsaufwendungen inklusive der Abfindungszahlungen zurückzuführen ist.

F&E-Eckdaten2013201220112013-2012
F&E-Aufwendungen (Mio. EUR)57,272,950,4-22%
F&E-Aufwendungen als % der Umsatzerlöse31328
F&E-Mitarbeiter (Durchschnitt Berichtszeitraum)297337279-12%
F&E-Mitarbeiter als % der gesamten Belegschaft (Durchschnitt Berichtszeitraum)353432

Da der F&E-Kompetenz des Unternehmens weiterhin eine unverändert hohe strategische Bedeutung zugeschrieben wird, wurden im Rahmen des 5-Punkte-Programms auch die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sorgfältig analysiert und sehr zielgerichtet auf spezifische Wachstumsfelder, wie zum Beispiel OLED und Hochleistungselektronik konzentriert. Aber auch existierende Technologien werden laufend überwacht. So haben sich im Berichtsjahr 2013 beispielsweise die Absatzaussichten für eine Produktgruppe basierend auf der AIXTRON Planetentechnologie als Folge von Investitionsverschiebungen bei wichtigen Abnehmern deutlich eingetrübt. Aufgrund der technischen Vorteile der Planetentechnologie, speziell bei Substratgrößen von 6 und 8 Zoll und des damit einhergehenden, mittelfristig guten Erfolgspotenzials dieser Technologie, wird jedoch weiterhin gezielt in diese investiert. Dementsprechend gingen die Forschungs- und Entwicklungskosten deutlich auf EUR 57,2 Mio. (2012: EUR 72,9 Mio.; 2011: EUR 50,4 Mio.) zurück. In dieser Entwicklung spiegeln sich sowohl die erzielten Effizienzsteigerungen als auch der fokussierte F&E-Ansatz wider, welcher der strategischen Notwendigkeit der weiteren Verfolgung der Technologieführerschaft bei MOCVD-Systemen als auch zur Sicherung führender Positionen bei anderen Zukunftstechnologien Rechnung trägt.

Personalkosten
Personalkosten2013201220112013-2012
Mio. EURMio. EURMio. EURMio. EUR%
Herstellungskosten25,730,926,5-5,2-17%
Vertriebs- und Verwaltungskosten17,819,325,9-1,4-8%
Forschungs- und Entwicklungskosten24,030,924,2-6,9-22%
Gesamt67,581,176,6-13,5-17%

Infolge des weltweiten Stellenabbaus über alle Funktionsbereiche hinweg verringerte sich die durchschnittliche Mitarbeiterzahl des Konzerns von 983 in 2012 auf 847 in 2013 (2011: 864), was trotz der geleisteten Abfindungszahlungen in einem Rückgang der Personalkosten um 17% auf EUR 67,5 Mio. (2012: EUR 81,1 Mio.; 2011: EUR 76,6 Mio.) führte. Wegen ebenfalls geringerer Umsatzerlöse, blieb die Personalaufwandsquote stabil und lag bei 37% in 2013 (2012: 36%; 2011: 13%). Zum Stichtag am 31. Dezember 2013 ging die Zahl der Beschäftigten von 964 zum 31. Dezember 2012 auf 776 (31. Dezember 2011: 978) zurück.

Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen saldieren sich im Geschäftsjahr 2013 zu einem betrieblichen Ertrag in Höhe von EUR 16,0 Mio. Eine Abschreibung auf Gebäude, welches in der nahen Zukunft zum Verkauf angeboten werden soll, in Höhe von EUR 9,9 Mio. wurde unter anderem durch eine Versicherungszahlung infolge eines Feuers in einem extern betriebenen Außenlager in Höhe von EUR 22,5 Mio. überkompensiert (2012: Aufwand in Höhe von EUR 5,5 Mio.; 2011: Aufwand in Höhe von EUR 2,0 Mio.).

Im Geschäftsjahr 2013 wurden saldierte Währungserträge in Höhe von EUR 0,5 Mio. (2012: EUR 6,9 Mio. Aufwand; 2011: EUR 2,1 Mio. Aufwand) gebucht. Diese resultierten aus Währungs- und Umrechnungsdifferenzen.

In 2013 erhaltene Zuschüsse für Forschung und Entwicklung wurden als "sonstige betriebliche Erträge" in Höhe von EUR 2,5 Mio. (2012: EUR 2,7 Mio.; 2011: EUR 1,4 Mio.) gebucht.

Insgesamt gingen die Betriebsaufwendungen im Jahresvergleich um 33% auf EUR 88,4 Mio. zurück (2012: EUR 132,7 Mio.; 2011: EUR 118,5 Mio.). Bezogen auf die Umsatzerlöse lagen die Betriebsaufwendungen mit 48% in 2013 um 10 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 58% (2011: 19%).

Betriebsergebnis (EBIT)

Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich im Jahresvergleich um EUR 36,6 Mio. und belief sich im Geschäftsjahr 2013 insgesamt auf EUR -95,7 Mio. (2012: EUR -132,3 Mio.; 2011: EUR 112,9 Mio.). Daraus resultierte eine EBIT-Marge von -52% (-58% in 2012; 18% in 2011). Diese Entwicklung ist maßgeblich auf die im Geschäftsjahr erzielten Einsparungen und die zuvor genannten Erlöse aus der Regulierung eines Versicherungsschadens bei den Betriebsaufwendungen zurückzuführen, welche zur Verbesserung des EBIT im Vergleich zum Vorjahr beigetragen haben.

Ergebnis vor Steuern

Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 34,7 Mio. von EUR -129,9 Mio. in 2012 (2011: EUR 115,0 Mio.) auf EUR -95,2 Mio. in 2013. Dabei wurde ein Nettozinsertrag in Höhe von EUR 0,5 Mio. erzielt (2012: EUR 2,3 Mio.; 2011: EUR 2,1 Mio.).

Zinsen und Steuern
Zinsen und Steuern2013201220112013-2012
Mio. EURMio. EURMio. EURMio. EUR%
Zinsergebnis0,52,32,1-1,8-78%
Zinsertrag0,82,33,4-1,5-65%
Zinsaufwendungen-0,30,0-1,3-0,3n.a.
Ertragssteueraufwand-5,8-15,5-35,49,7-63%

Im Geschäftsjahr 2013 wies AIXTRON einen landesspezifischen Ertragsteueraufwand in Höhe von EUR 5,8 Mio. aus (2012: Ertragsteueraufwand von EUR 15,5 Mio.; 2011: Ertragsteueraufwand von EUR 35,4 Mio.). Auf im Geschäftsjahr 2013 entstandene Verlustvorträge in Höhe von EUR 88,7 Mio. wurden keine latenten Steuerforderungen aktiviert (2012: EUR 90,9 Mio.; 2011: EUR 16,1 Mio.).

Netto-Konzernergebnis

Das Nettoergebnis des AIXTRON Konzerns im Geschäftsjahr 2013 betrug EUR -101,0 Mio. bzw. -55% der Umsatzerlöse gegenüber EUR -145,4 Mio. bzw. -64% der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2012 (2011: EUR 79,5 Mio. bzw. 13% vom Umsatz).

Nettoergebnis AIXTRON SE - Ergebnisverwendung

Die Muttergesellschaft des AIXTRON Konzerns, die AIXTRON SE, hat im Geschäftsjahr 2013 nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) nach der Auflösung von Gewinnrücklagen in Höhe von EUR 161,0 Mio. einen Bilanzverlust in Höhe von EUR -1,1 Mio. erzielt (2012: EUR -51,6 Mio. Bilanzverlust; 2011: EUR 77,0 Mio. Bilanzgewinn).

Vorstand und Aufsichtsrat der AIXTRON SE werden der Hauptversammlung vorschlagen, den Bilanzverlust des Geschäftsjahres 2013 auf neue Rechnung vorzutragen. Wie schon für das Geschäftsjahr 2012 soll auch für das Geschäftsjahr 2013 keine Dividende ausgeschüttet werden (2011: Dividende von EUR 0,25 je Aktie oder insgesamt EUR 25,4 Mio.).

2.4.3. Auftragsentwicklung

Anlagen-Aufträge2013201220112013-2012
    +/-
(in Millionen EUR)Mio. EUR%
Anlagen-Auftragseingang133,2131,4513,41,81
Anlagen-Auftragsbestand (Periodenende)59,679,4141,0-19,8-25

Der Anlagen-Auftragseingang im Geschäftsjahr 2013 war mit EUR 133,2 Mio. nahezu unverändert im Vergleich zum Wert von EUR 131,4 Mio. des Geschäftsjahres 2012 (2011: EUR 513,4 Mio.). Dies ist eine Folge der anhaltend geringen Nachfrage der AIXTRON Kunden nach neuen Produktionsanlagen und niedrigerer Preise hauptsächlich der aus dem Lagerbestand verkauften MOCVD-Anlagen während des gesamten Geschäftsjahres 2013. Aufgrund interner Vorschriften wurden in 2013 Auftragseingänge in US-Dollar jeweils zum vorher festgelegten Jahres-Budgetkurs von 1,30 USD/EUR umgerechnet (2012: 1,40 USD/EUR; 2011: 1,35 USD/EUR).

Der gesamte Anlagen-Auftragsbestand zum 31. Dezember 2013 lag mit EUR 59,6 Mio. um 25% unter dem Vorjahresbestand von EUR 79,4 Mio. (31. Dezember 2011: EUR 141,0 Mio.) und um 29% unter dem Anfangsbestand von EUR 83,8 Mio., der zum 1. Januar mit dem Budgetkurs des Geschäftsjahres 2013 von 1,30 USD/EUR neu bewertet wurde. Im Laufe des Geschäftsjahres wurde der Auftragsbestand um rund EUR 15,9 Mio. nach unten korrigiert, um der aktuellen Risikosituation des Auftragsbestandes Rechnung zu tragen. Zum Jahresende 2013 waren Aufträge in USD zum vorher festgelegten Jahres-Budgetkurs von 1,30 USD/EUR bewertet (2012: 1,40 USD/EUR; 2011: EUR 1,35 USD/EUR). Zum 1. Januar 2014 wurde dieser Bestand mit dem Budgetkurs für 2014, d. h. mit 1,35 USD/EUR neu bewertet, woraus ein Anfangsbestand für das Geschäftsjahr 2014 in Höhe von EUR 58,1 Mio. resultierte.

Im Rahmen eines strengen internen Vorsichtsprinzips hat AIXTRON klare interne Bedingungen definiert, die für die Erfassung von Anlagenaufträgen im Auftragseingang und Auftragsbestand erfüllt sein müssen, es sei denn, die Anwendung der Kriterien wäre irreführend. Diese Bedingungen umfassen die folgenden Anforderungen:

 

  1. das Vorliegen einer festen schriftlichen Bestellung
  2. der Eingang der vereinbarten Anzahlung
  3. die Verfügbarkeit aller für die Lieferung benötigten Dokumente
  4. die Vereinbarung eines vom Kunden bestätigten Lieferdatums.

Darüber hinaus, und als Ausdruck der aktuellen Marktbedingungen, behält sich der Vorstand das Recht vor zu prüfen, ob die tatsächliche Umsetzung jedes einzelnen Auftrags innerhalb eines angemessenen Zeitraums nach Meinung des Vorstands auch hinreichend wahrscheinlich ist. Wenn der Vorstand im Rahmen dieser Prüfung zu dem Schluss kommt, dass die Realisierung eines Umsatzes einer Produktionsanlage hinreichend wahrscheinlich oder mit einem inakzeptabel hohen Risiko behaftet ist, wird das Management diesen spezifischen Auftrag, oder einen Teil dieses Auftrags, in den Auftragseingang aufnehmen bzw. so lange von der Erfassung als Auftragseingang und Auftragsbestand ausschließen, bis das Risiko auf ein vertretbares Maß gesunken ist. Die Erfüllung der oben genannten Mindestanforderungen 1 – 4 wäre hierbei nicht entscheidend.

2.5. Finanzlage

2.5.1. Finanzmanagement

AIXTRON verfügt über ein zentrales Finanzmanagement für die globale Liquiditätssteuerung und das Zins- und Währungsmanagement.

Aufgrund der Dynamik der Halbleiterindustrie ist ein ausreichender Bestand an liquiden Mitteln erforderlich, um eine mögliche Geschäftsausweitung schnell finanzieren zu können. Der laufende Finanzmittelbedarf von AIXTRON wird im Allgemeinen durch Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie zu einem geringeren Teil durch staatliche Zuschüsse gedeckt. Zur Sicherung der weiteren Unternehmensfinanzierung und zur Unterstützung der unverzichtbaren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten kann das Unternehmen auf eine starke Eigenkapitalbasis zurückgreifen. Zusätzlich hat die Hauptversammlung entsprechende Beschlüsse gefasst, die AIXTRON, falls erforderlich und unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Aufsichtsrat erlauben, Finanzinstrumente am Kapitalmarkt zu emittieren, um zusätzlichen Kapitalbedarf zu decken.

AIXTRON erlöst einen wesentlichen Teil seiner Umsätze in Fremdwährungen, d.h. in anderen Währungen als dem Euro. Die für AIXTRON vorherrschende Fremdwährung ist der US-Dollar. Ungünstige Kursentwicklungen, insbesondere zwischen US-Dollar und Euro, beeinflussen die von AIXTRON erzielten Ergebnisse negativ. Zur Absicherung des Wechselkursrisikos prüft die Gesellschaft regelmäßig, inwiefern Kurssicherungsgeschäfte abgeschlossen werden. Mit diesen würden erwartete Zahlungszuflüsse aus fest kontrahierten und erwarteten Kundenaufträgen abgesichert. Im Geschäftsjahr 2013 wurden keine Kurssicherungsgeschäfte abgeschlossen.

2.5.2. Finanzierung

Im Oktober 2013 machte die Gesellschaft Gebrauch von einer der zuvor beschriebenen Ermächtigungen zur Ausgabe neuer Aktien:

Am 23. Oktober 2013 gab AIXTRON bekannt, dass der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen hat, das Grundkapital der Gesellschaft durch eine teilweise Ausnutzung des genehmigten Kapitals um bis zu EUR 10.223.133,00 durch Ausgabe von bis zu 10.223.133 neuen auf den Namen lautenden Aktien (Stückaktien), entsprechend rund 10% des gegenwärtigen Grundkapitals, gegen Bareinlage zu erhöhen. Das Bezugsrecht der Altaktionäre wurde ausgeschlossen. Am 24. Oktober 2013 gab AIXTRON bekannt, dass die 10.223.133 neuen auf den Namen lautenden Aktien (Stückaktien) im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens (Accelerated Bookbuilding) bei institutionellen Anlegern platziert wurden. Der Platzierungspreis betrug EUR 9,90 je Aktie. Der Bruttoemissionserlös für die Gesellschaft aus der Kapitalerhöhung belief sich auf ca. EUR 101.2 Mio. Der Emissionserlös wird der Stärkung der Technologieführerschaft von AIXTRON dienen. Dazu investiert die Gesellschaft gezielt in definierte Wachstumsfelder, insbesondere in Technologien zur Herstellung von Hochleistungselektronik, Organischen LEDs (OLEDs) und Anwendungen in der Siliziumhalbleiterindustrie. Zusätzlich wird durch die Kapitalmaßnahme die Bilanz und Liquidität gestärkt, was die finanzielle Flexibilität der Gesellschaft erhöht.

Unter Berücksichtigung der Kapitalmaßnahme betrug das Grundkapital der AIXTRON SE zum 31. Dezember 2013 EUR 112.613.445 (31. Dezember 2012: EUR 101.975.023; 31. Dezember 2011: EUR 101.789.527). Es ist eingeteilt in 112.613.445 auf den Namen lautende Stammaktien ohne Nennbetrag mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie. AIXTRON unterhält ein Programm zum Handel von American Depositary Shares an der US-Technologiebörse NASDAQ. Eine ADS entspricht dabei einer auf den Namen lautenden Stammaktie der AIXTRON SE.

Den Vorstandsmitgliedern und Mitarbeitern wird über spezielle Aktienoptionsprogramme die Möglichkeit einer Beteiligung am Grundkapital der Gesellschaft ermöglicht. Im Geschäftsjahr 2013 wurden insgesamt 415.289 Aktienoptionen (2012: 185.496 Optionen; 2011: 609.661 Optionen) ausgeübt und 415.289 Stammaktien bezogen. Im Geschäftsjahr 2013 wurden keine neuen Aktienoptionen ausgegeben (Tranche 2012: 31.000 Optionen; Tranche 2011: 14.000 Optionen, jeweils unter dem Aktienoptionsprogramm 2007).

AIXTRON Stammaktien31. Dez 13AusübungVerfallen/VerwirktZuteilung31. Dez 12
Bezugsrechte2.659.701415.289536.10803.611.098
unterliegende Aktien3.283.435415.289575.40204.274.126
AIXTRON ADS31. Dez 13AusübungVerfallen/VerwirktZuteilung31. Dez 12
Optionen5.59001.02006.610
unterliegende Aktien5.59001.02006.610

Eine ausführliche Beschreibung der verschiedenen AIXTRON Aktienoptionsprogramme sowie eine Zusammenfassung der durchgeführten Transaktionen befinden sich in Anmerkung 23 „Aktienbasierte Vergütungen“ des Konzern-Anhangs.

Zum 31. Dezember 2013 bestanden bei AIXTRON, wie zu den beiden Vorjahresstichtagen, keine Bankverbindlichkeiten.

Die AIXTRON SE vergibt je nach Bedarf Kredite und Finanzabsicherungsinstrumente an ihre Tochtergesellschaften, wenn dies für eine effiziente Fortführung der Geschäfte erforderlich ist. Das Unternehmen hat auf seine Grundstücke und Immobilien keine Sicherungsrechte gewährt.

Die Eigenkapitalquote war zum 31. Dezember 2013 mit 83% stabil im Vergleich zu dem Wert von 84% am 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: 81%), was im Wesentlichen auf den positiven Effekt der durchgeführten Kapitalerhöhung und den Verlust des abgelaufenen Geschäftsjahres zurückzuführen ist, die sich gegenseitig nahezu ausglichen.

Aufgrund des negativen Nettoergebnisses im Geschäftsjahr 2013 belief sich die Eigenkapitalrendite ROE (Konzernjahresergebnis zu Durchschnitt aus Jahresanfangs- und Jahresendwert des Eigenkapitals) auf -22% (2012: -26%; 2011: 13%).

Zur Finanzierung der zukünftigen Geschäftsentwicklung untersucht das Unternehmen auch weiterhin regelmäßig zusätzliche Möglichkeiten der Mittelbeschaffung.

2.5.3. Investitionen

Im Geschäftsjahr 2013 tätigte AIXTRON Investitionen in Höhe von insgesamt EUR 10,1 Mio. (2012: EUR 16,5 Mio.; 2011: EUR 30,2 Mio.).

EUR 9,6 Mio. (2012: EUR 15,8 Mio.; 2011: EUR 27,2 Mio.) wurden im Geschäftsjahr 2013 in Sachanlagen (einschließlich Test- und Laboreinrichtungen) investiert. Investitionen im Geschäftsjahr 2014 werden hauptsächlich auf Test- und Laboreinrichtungen entfallen.

Die verbleibenden EUR 0,5 Mio. (2012: EUR 0,7 Mio.; 2011: EUR 3,0 Mio.) betrafen immaterielle Vermögenswerte, einschließlich Softwarelizenzen.

82% der Investitionen im Geschäftsjahr 2013 (2012: 63%; 2011: 88%) wurden in Deutschland getätigt. Die geplanten Investitionen für 2014 werden voraussichtlich ebenfalls hauptsächlich in Deutschland anfallen.

Der Anstieg der der Festgeldanlagen mit einer Laufzeit von mindestens 3 Monaten um EUR 30,4 Mio. war in 2013 als Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit auszuweisen. Im Vorjahr wurde hier ein Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit von EUR 11,9 Mio. ausgewiesen.

Sämtliche Investitionen der Geschäftsjahre 2013, 2012 und 2011 wurden aus dem operativen Cashflow und verfügbaren liquiden Mitteln getätigt.

2.5.4. Liquidität

Der Bestand an liquiden Mitteln inklusive kurzfristiger Finanzanlagen (Bankeinlagen, vornehmlich in Euro, mit einer Laufzeit von mindestens drei Monaten, siehe auch „Investitionen“) erhöhte sich um 46% oder EUR 96,8 Mio. auf EUR 306,3 Mio. (EUR 167,5 Mio. + EUR 138,9 Mio. Finanzanlagen). 31. Dezember 2012: EUR 209,5 Mio. (EUR 99,7 Mio. + EUR 109,8 Mio.); 31. Dezember 2011: EUR 295,2 Mio. (EUR 172,9 Mio. + EUR 122,3 Mio.).

Faktoren, die den Bestand an liquiden Mitteln zum Jahresende 2013 verringerten, stammen insbesondere aus dem negativen Nettoergebnis (EUR -101,0 Mio.) und den oben genannten Investitionen. Positiv wirkten sich die Bruttozuflüsse aus der Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 101,2 Mio. aus.

Der Zugriff auf die liquiden Mittel der Gesellschaft unterliegt keinen Beschränkungen.

2.6. Vermögenslage

2.6.1. Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen verringerte sich zum 31. Dezember 2013, im Wesentlichen aufgrund der vorgenommenen Abschreibungen, unter anderem auch auf ein in naher Zukunft zum Verkauf stehendes Gebäude in Höhe von EUR 9,9 Mio. bei gleichzeitig niedrigeren Investitionen. (31. Dezember 2013: EUR 79,9 Mio.; 31. Dezember 2012: EUR 97,6 Mio.; 31. Dezember 2011: EUR 96,2 Mio.).

2.6.2. Geschäfts- und Firmenwert

Der bilanzierte Geschäfts- und Firmenwert blieb zum 31. Dezember 2013 weitgehend stabil bei EUR 64,1 Mio. (31. Dezember 2012: EUR 64,3 Mio.; 31. Dezember 2011: EUR 64,1 Mio.) und war nur minimal durch Wechselkursänderungen beeinflusst. Wesentliche Zugänge bzw. außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte wurden in den Geschäftsjahren 2011 bis 2013 nicht vorgenommen.

2.6.3. Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Die bilanzierten sonstigen immateriellen Vermögenswerte verringerten sich von EUR 4,2 Mio. zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: EUR 6,2 Mio.) auf EUR 3,1 Mio. zum 31. Dezember 2013. Diese Entwicklung ist, wie schon in den Geschäftsjahren 2012 und 2011, im Wesentlichen auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen.

2.6.4. Vorräte

Der Vorratsbestand, inklusive Rohstoffe, unfertige und fertige Erzeugnisse, ging um 47% von EUR 126,0 Mio. zum 31. Dezember 2012 auf EUR 66,2 Mio. zum 31. Dezember 2013 (31. Dezember 2011: EUR 184,6 Mio.) zurück. Dies war hauptsächlich auf den Abverkauf von im Lager befindlichen Anlagen und vorgenommene Wertberichtigungen in Höhe von EUR 35 Mio. zurückzuführen. Die Bewertung des Vorratsbestands spiegelt die aktuelle Risikosituation des AIXTRON-Produktmix wider.

2.6.5. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich im Einklang mit dem weiterhin verhaltenen Geschäftsverlauf um 26% von EUR 37,3 Mio. zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: EUR 78,6 Mio.) auf EUR 27,7 Mio. zum 31. Dezember 2013.

2.6.6. Verbindlichkeiten und Rückstellungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bewegten sich absolut gesehen weiterhin auf niedrigem Niveau, lagen aber zum 31. Dezember 2013 mit EUR 13,5 Mio. stichtagsbedingt um 40% über dem Wert des Vorjahres (31. Dezember 2012: EUR 9,7 Mio.; 31. Dezember 2011: EUR 20,5 Mio.). Die kurzfristigen Rückstellungen stiegen von EUR 28,2 Mio. zum 31. Dezember 2012 auf EUR 32,1 Mio. zum 31. Dezember 2013 (31. Dezember 2011: EUR 36,6 Mio.) hauptsächlich aufgrund höherer Garantierückstellungen. Die erhaltenen Kundenanzahlungen lagen nahezu unverändert bei EUR 46,2 Mio. zum 31. Dezember 2013 (31. Dezember 2012: EUR 46,0 Mio.; 31. Dezember 2011: EUR 64,9 Mio.).

2.7. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Vor dem Hintergrund, dass der erwartete allgemeine Beleuchtungszyklus und die Marktdurchdringung von LEDs im allgemeinen Beleuchtungsmarkt immer noch auf niedrigem Niveau stand und der weiterhin verhaltenen Kundennachfrage nach neuen Produktionsanlagen, war der AIXTRON Konzern im Geschäftsjahr 2013 erneut vor große Herausforderungen gestellt. Obwohl der Vorstand zu Beginn des Jahres noch von einem besseren Verlauf des Geschäftsjahres 2013 gegenüber dem Vorjahr ausgegangen war, brachte bereits das 1. Quartal sogar eine weitere Verschlechterung der Aussichten mit sich und der Vorstand leitete eine umfassende Restrukturierung ein, um die Gesellschaft an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Dazu gehörten unter anderem umfangreiche Vorratsabschreibungen in Höhe von EUR 35 Mio. Hohe Auslastungsraten bei führenden LED-Herstellern ließen zwar darauf schließen, dass der Abbau von Überkapazitäten im Markt für Halbleiter-Depositionsanlagen voranschritt, dennoch hatte dies bisher nicht zu einem spürbaren Anstieg der Nachfrage nach neuen Anlagen von AIXTRON geführt.

In der Folge stellte der sich seit dem 1. März 2013 im Amt befindliche Vorstandsvorsitzende von AIXTRON, Martin Goetzeler, ein 5-Punkte-Programm zur Wiederherstellung der nachhaltigen Profitabilität der Gesellschaft vor. Das laufende Programm beinhaltete unter anderem einen weltweiten Stellenabbau von ca. 20% aller Stellen, Kostenreduktionen und Optimierung der Strukturen und Prozesse der Gesellschaft.

Die AIXTRON Kunden sind dabei, die Herstellungsprozesse für noch leistungsfähigere und kostengünstigere Bauelemente zu optimieren. Dabei unterstützt AIXTRON die Industrie aktiv durch neu geschaffene Strukturen in der technischen Kundenbetreuung sowie durch die eigenen Produkt-Fahrpläne. Darüber hinaus will AIXTRON sowohl die Lieferzeiten als auch die Zeiten von der Konzeption eines Produkts bis hin zu dessen Volumenfertigung deutlich verkürzen.

Obwohl sich die Marktnachfrage nach den AIXTRON Produktionsanlagen weiterhin auf einem niedrigen Niveau bewegt, ist der Vorstand davon überzeugt, dass die positiven Aussichten für die unterschiedlichen Endmärkte und Industrien, in denen AIXTRON seine Depositionstechnologien anbietet, bestehen bleiben und dass die eingeleiteten Maßnahmen aus dem 5-Punkte-Programm im Geschäftsjahr 2014 zu einer weiteren Verbesserung der Ertragslage der Gesellschaft führen werden.

Zur Sicherung und Stärkung der Wettbewerbsposition der Gesellschaft hat der Vorstand im Oktober 2013 außerdem die Durchführung einer Kapitalerhöhung beschlossen. Der Emissionserlös dient unter anderem der Stärkung der Technologieführerschaft von AIXTRON. Dazu investiert die Gesellschaft gezielt in definierte Wachstumsfelder, insbesondere in Technologien zur Herstellung von Hochleistungselektronik, organischen LEDs (OLEDs) und Anwendungen in der Siliziumhalbleiterindustrie. Zusätzlich wird durch die Kapitalmaßnahme die Bilanz und Liquidität gestärkt, was die finanzielle Flexibilität der Gesellschaft erhöht.

Insgesamt ist der Vorstand davon überzeugt, dass die Gesellschaft gut aufgestellt ist, um die zukünftigen Wachstumschancen in ihren Märkten zu nutzen und weiterhin eine führende Rolle in ihrer Branche zu spielen.

3. Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag 2013 sind keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung mit erheblichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage eingetreten.

4. Vergütungsbericht

4.1. Grundzüge des Vergütungssystems

Für die Festlegung der Struktur des Vergütungssystems sowie der Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder ist der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit zuständig. Die Angemessenheit der Vergütungsbestandteile wird regelmäßig durch den Aufsichtsrat überprüft. Dabei wird auch darauf geachtet, dass sie nicht zum Eingehen unangemessener Risiken verleiten.

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder der AIXTRON SE orientiert sich an der wirtschaftlichen und finanziellen Lage und den Zukunftsaussichten des Unternehmens sowie an der üblichen Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen sowie der Vergütungsstruktur, die ansonsten im Unternehmen gilt. Zusätzlich werden die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, dessen Erfahrung und persönliche Leistung bei der Bemessung der Vergütung berücksichtigt. Die Vorstandsvergütung besteht derzeit aus drei Komponenten: einer festen Vergütung (einschließlich Sachbezügen und Zuschüssen für eine individuelle private Altersvorsorge), einem variablen Bonus und einer aktienbasierten Vergütung. Für die feste Vergütung ist im Vorstandsdienstvertrag ein Jahreseinkommen festgelegt. Das Fixum als erfolgsunabhängige Grundvergütung wird monatlich (13-mal pro Jahr) als Gehalt ausgezahlt. Hinzu kommen Sachbezüge, im Wesentlichen aus der Dienstwagenbenutzung sowie Zuschüsse für eine individuelle private Altersversorgung.

Der nach oben begrenzte variable Bonus („Tantieme“) für den gesamten Vorstand orientiert sich am Konzernjahresüberschuss. Er wird aus einem „Gesamttantiemetopf“ gezahlt, der insgesamt bis zu 10 % des modifizierten Konzernjahresüberschusses, jedoch maximal EUR 6,5 Mio., ausmachen kann. Der modifizierte Konzernjahresüberschuss ergibt sich aus dem vom Abschlussprüfer testierten Konzernabschluss (IFRS) der Gesellschaft, vermindert um einen Konzern-Verlustvortrag und um Beträge, die nach Gesetz oder Satzung im Jahresabschluss der AIXTRON in Gewinnrücklagen einzustellen sind. Der Konzern-Verlustvortrag ergibt sich aus Konzernjahresfehlbeträgen aus Vorjahren, vermindert um Konzernjahresüberschüsse aus darauf folgenden Geschäftsjahren. Der variable Bonus, der aus diesem „Gesamttantiemetopf" gezahlt wird, wird bei den in 2013 neu gefassten oder neu geschlossenen Vorstandsverträgen zur Hälfte in bar und zur Hälfte in Aktien, bei unverändert laufenden Verträgen vollständig in bar geleistet. Der auf den Aktienanteil entfallende Betrag der Tantieme wird in eine ganze Zahl von Aktien der Gesellschaft umgerechnet und am dritten Bankarbeitstag nach der ordentlichen Hauptversammlung im dritten Geschäftsjahr nach Gewährung an das Vorstandsmitglied übertragen. Die Zahl der als Aktienanteil zu gewährenden Aktien wird dabei festgelegt nach dem Schlusskurs der Aktie am dritten Bankarbeitstag nach der ordentlichen Hauptversammlung, welcher der Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vorgelegt wird, für das die Tantieme gewährt wird. Der Aktienanteil wird aus eigenen Aktien der Gesellschaft bedient. Durch diese Regelung nehmen die Vorstandsmitglieder während der mehrjährigen Wartefrist nicht nur an positiven, sondern auch an negativen Entwicklungen des Aktienkurses teil, so dass eine deutliche Ausrichtung der variablen Vergütungsbestandteile auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung gegeben ist. Diese neu eingeführte Vergütungsstruktur wurde auf AIXTRONs ordentlicher Jahreshauptversammlung am 23. Mai 2013 von den Aktionären des Unternehmens genehmigt.

Zusätzlich können die Mitglieder des Vorstands als variable Komponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter eine aktienbasierte Vergütung in Form von Optionsrechten aus den Aktienoptionsprogrammen der AIXTRON beziehen. Die Anzahl der Optionsrechte für den Vorstand wird vom Aufsichtsrat festgelegt.

Die derzeitigen Vorstandsmitglieder verfügen über keine individuellen Pensionszusagen, daher werden für sie keine Pensionsrückstellungen gebildet. Auch erhalten sie keine Kredite von der Gesellschaft.

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung der AIXTRON SE geregelt. Danach beträgt die jährliche feste Vergütung für das einzelne Mitglied des Aufsichtsrats EUR 25.000, für den Vorsitzenden das Dreifache dessen und für den stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache der Vergütung eines einfachen Aufsichtsratsmitglieds. Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten als nach oben begrenzte variable Vergütung insgesamt 1% des Bilanzgewinns der Gesellschaft, vermindert um einen Betrag von 4% der auf das Grundkapital geleisteten Einlage. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält 6/17, der stellvertretende Vorsitzende 3/17 und ein Mitglied des Aufsichtsrats 2/17 der variablen Vergütung. Die Höhe der variablen Vergütung wird auf das Vierfache der Festvergütung je Aufsichtsratsmitglied begrenzt. Ferner erhalten Ausschussmitglieder ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 2.000 für die Teilnahme an einer Ausschusssitzung; dabei erhält der Vorsitzende des Ausschusses das Dreifache dessen. Das Sitzungsgeld wird in der Summe pro Jahr je Aufsichtsratsmitglied auf das Eineinhalbfache der jeweiligen festen Vergütung dieser Person beschränkt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten vom Unternehmen keine Kredite.

Die Gesellschaft hat für alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder eine D&O-Versicherung abgeschlossen. Nach dem Inkrafttreten des VorstAG wurden die D&O-Versicherungsverträge für die Vorstands- und auch die Aufsichtsratsmitglieder der AIXTRON an die geänderten Vorgaben des § 93 Abs. 2 AktG sowie die überarbeitete Empfehlung 3.8 des Deutschen Corporate Governance angepasst: demnach gilt für alle Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ein Selbstbehalt in Höhe von mindestens 10% des jeweils eingetretenen Schadens, jedoch maximal bis zur Höhe des Eineinhalbfachen der jeweiligen festen jährlichen Vergütung.

4.2. Angaben zur Vorstandsvergütung nach Ziffer 4.2.5. DCGK

Genaue Angaben zur Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder gemäß Ziffer 4.2.5. DCGK sowie zur Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder sowie eine genaue Auflistung der ausstehenden Vorstandsoptionen finden sich in Anmerkung 30. „Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen“ des Konzernanhangs.

5. Chancen- und Risikobericht

5.1. Chancen

Kernkompetenz von AIXTRON ist die Entwicklung modernster Technologien zur Abscheidung von Halbleitermaterialien. Hier hat sich die Gesellschaft eine weltweit führende Wettbewerbsposition erarbeitet. Der Vorstand wird diese Spezialisierung weiterverfolgen, indem er die Kernkompetenz sowohl in Bezug auf bestehende als auch neue Absatzmärkte weiter ausbaut. AIXTRON investiert fortlaufend in entsprechende Forschungs- und Entwicklungsprojekte, um die führende technologische Stellung bei MOCVD-Systemen beizubehalten und um gleichzeitig stärker in die Märkte für Hochleistungselektronik, organische Halbleiter und die nächste Generation von Speicheranwendungen vorzudringen.

Ein wichtiger Meilenstein im Bereich der MOCVD-Technologie ist die Fertigstellung einer neuen Anlagengeneration im Laufe des Geschäftsjahres 2014, welche auch mit einem stabileren Preisniveau und damit einer höheren Margenkontribution einhergehen soll.

Ein weiteres wichtiges Marktsegment für AIXTRON ist die Leistungselektronik basierend auf Verbindungshalbleitermaterialien wie Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC). Bauelemente basierend auf diesen Materialkombinationen sind besonders geeignet zur Anwendung bei hohen elektrischen Spannungen und sind sehr energieeffizient. Eingesetzt können diese Bauelemente insbesondere in Elektrofahrzeugen, Transformatoren, Konvertern oder bei der Einspeisung erneuerbarer Energien in das Stromnetz.

Bei Anlagen zur Herstellung großflächiger organischer Halbleiter-Anwendungen setzt AIXTRON weiterhin auf seine OVPD®-und PVPD-Technologien. Die patentierte OVPD® Technologie ermöglicht eine hocheffiziente Abscheidung organischer Materialien besonders auf großflächigen Substraten und bietet Vorteile bei Materialverbrauch und Durchsatz gegenüber anderen Technologien. Im AIXTRON Labor wird in Kürze eine Forschungsanlage für die OLED Herstellung in Betrieb genommen, auf der sich interessierte Kunden von der Leistungsfähigkeit der OVPD® Technologie überzeugen können. Daneben arbeitet AIXTRON an einer neuen Demonstrationsanlage zur effizienten Abscheidung organischer Schichten bis zur Substratgröße Gen8 (2.300 mm x 2.500 mm) auf der Basis von AIXTRONs OVPD-Prozesstechnologie. Mit dem neuen Demonstrator wird es erstmals möglich sein, die Vorteile dieser Technologie für die kostengünstige und effiziente Herstellung organischer Leuchtdioden für Displays und Beleuchtungsanwendungen in einer industriell relevanten Größe zu demonstrieren.

Die Gesellschaft plant darüber hinaus, ihre PECVD-Technologie, mit der Kohlenstoff-Nanostrukturen, wie Kohlenstoff-Nanoröhren, -Nanodrähte oder Graphen, hergestellt werden können, im Forschungsbereich weiter voranzutreiben.

AIXTRONs Silizium-Spezialisten haben die QXP-8300 ALD-Depositionsanlage entwickelt, die innovative Lösungen für die Herstellung von Speicherprodukten und integrierten Schaltkreisen bietet. AIXTRONs QXP-Anlage ist von einem führenden koreanischen Speicherchiphersteller für seine Produktion qualifiziert, weitere Anlagen befinden sich in der Qualifikationsphase bei zwei anderen Speicherchipherstellern. Die Gesellschaft geht daher in diesem Bereich mittel- bis langfristig von weiterem Wachstumspotenzial aus. Zusätzlich bieten sich für AIXTRON Chancen um mit Hilfe von so genannten Verbindungshalbleitermaterialien die Miniaturisierung von Prozessorstrukturen weiter vorantreiben zu können.

AIXTRON erwartet, dass sich die folgenden Markttrends und Chancen der relevanten Endanwendermärkte positiv auf den weiteren Geschäftsverlauf auswirken können:

Kurzfristig

  • Weiter zunehmender Einsatz von LEDs bei der öffentlichen und kommerziellen Außen- und Bürobeleuchtung.
  • Verstärkter Einsatz der LED-Technik bei der Wohn- und Innenraumbeleuchtung.
  • Einsatz mehr GaN-basierter Bauelemente für die energieeffiziente Hochleistungselektronik.
  • Entwicklung neuer Bauelemente für NAND-, DRAM- oder PRAM-Speicher der nächsten Generation.
  • Entwicklung neuer Einsatzmöglichkeiten für Bauelemente aus Siliziumkarbid, z.B. in Hybrid- und Elektrofahrzeugen oder bei der Netzeinspeisung von Solarenergie.

Mittel- bis langfristig

  • Zunehmender Einsatz von LEDs bei der Industriebeleuchtung.
  • Fortschritte bei der Weiterentwicklung von Technologien für großflächige OLED-Bildschirme und großflächige Beschichtung mit organischen Materialien sowie für OLED-Beleuchtung.
  • Weitere Fortschritte bei der Entwicklung von GaN-auf-Si-basierten LEDs.
  • Verstärktes Aufkommen und Weiterentwicklung von flexiblen organischen Dünnfilmtransistoren (TFT), sogenannter Kunststoffelektronik.
  • Verstärkte Entwicklungsaktivitäten bei spezialisierten Anwendungen für Solarzellen aus Verbindungshalbleitern.
  • Erhöhte Anforderungen an High-k sowie Interconnect Komponenten, die neue Ansätze für Fertigungstechnologien voraussetzen.
  • Fortschritte bei der Entwicklung neuer, komplexer Verbindungshalbleitermaterialsysteme zur weiteren Miniaturisierung in der Siliziumhalbleiterindustrie.
  • Entwicklung neuer Materialien mit Hilfe von Kohlenstoff-Nanostrukturen (Kohlenstoff-Nanoröhren, -Nanodrähte und Graphen).
  • Entwicklung alternativer LED-Anwendungen, wie z.B. der Visual Light Communication Technologie.

5.2. Risikomanagement

AIXTRON ist ein international tätiges Technologieunternehmen und damit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, denen jedoch auch entsprechende Chancen gegenüberstehen. Zur Nutzung von Chancen und zur Minimierung von Risiken setzt AIXTRON ein konzernweites Risikomanagementsystem ein, das laufend an das sich ändernde Marktumfeld und an Veränderungen der Geschäftsprozesse angepasst wird.

Eine Vielzahl von Systemen und Verfahren zur Überwachung, Analyse und Dokumentation von Unternehmensrisiken und -chancen wird auf unterschiedlichen Organisationsebenen der Gesellschaft eingesetzt. Die sogenannte Whistleblower-Regelung und ihre praktische Umsetzung erlauben beispielsweise eine schnelle interne Identifikation kritischer Sachverhalte, bevor sich diese zu Problemen mit negativen Auswirkungen auf die Außendarstellung entwickeln können. Sorgfältige und zeitnahe Berichterstattung ist das zentrale Element des Risiko- und Chancenmanagements. In verschiedenen Bereichen der Gesellschaft sowie in Tochtergesellschaften sind Risikobeauftragte benannt, die für die Risikoberichterstattung verantwortlich sind.

Um Risiken zu minimieren und um Chancen nutzen zu können, verfolgt AIXTRON eine zukunftsorientierte Produktstrategie. Dazu werden aktuelle Marktentwicklungen beobachtet sowie künftige Kundenanforderungen und zu erwartende Änderungen des Marktumfelds eingeschätzt. So bemüht sich AIXTRON um die ständige Weiterentwicklung besonders wichtiger technologischer Alleinstellungsmerkmale. Die Produktstrategie umfasst Maßnahmen zur Schärfung des Profils der Gesellschaft im Markt, die Bildung von Partnerschaften und Allianzen sowie die Schulung von Vertriebspartnern und Anwendern. Im Geschäftsjahr 2013 hat die Gesellschaft die Markttrends und die Aktivitäten ihrer Wettbewerber kontinuierlich beobachtet und die von führenden Marktforschungsunternehmen erstellten Marktanalysen und -prognosen ausgewertet. In der Produktentwicklung spielen Risikobewusstsein und -bewertung eine entscheidende Rolle. Daher nutzt AIXTRON in diesem Bereich umfassende Projektmanagement- und Qualitätssicherungssysteme.

Flankiert werden diese Maßnahmen durch ein Programm zur Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften sowie durch den Erhalt und den Ausbau der erforderlichen Infrastruktur.

Zur weltweiten Überwachung und Steuerung von Unternehmensinformationen, setzt AIXTRON Rechnungslegungs-, Controlling- und Prognoseprogramme ein. Durch die regelmäßige Berichterstattung ist sichergestellt, dass die Informationen über Geschäfts- und Markttrends stets aktuell sind. Neben einer jährlichen Budgetplanung werden im Unternehmen stets zeitnahe Prognosen zur laufenden Überprüfung und Aktualisierung der Unternehmensplanung herangezogen. Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Zahlen werden im Rahmen des Unternehmenscontrollings laufend identifiziert und analysiert und sind damit Grundlage für die Entwicklung von notwendigen Korrekturmaßnahmen.

Weiterhin analysiert der Vorstand regelmäßig die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der laufende Erfahrungsaustausch auf allen Hierarchieebenen weltweit stellt eine effiziente Informationsweitergabe und eine rasche Entscheidungsfindung sicher.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft wird, soweit erforderlich, vom Vorstand mindestens vierteljährlich, in der Regel jedoch in kürzeren Abständen, über alle wichtigen Entscheidungen unterrichtet bzw. in diese miteinbezogen. Zur Erörterung, Analyse und Überwachung der im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit auftretenden Finanzfragen tritt der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig mit dem Vorstand zusammen. Die internen Richtlinien hinsichtlich Risikomanagement, Insiderhandel und der Offenlegung kursrelevanter Informationen stellen sicher, dass sämtliche in diesem Bereich geltenden Gesetze eingehalten und die im Deutschen Corporate Governance Kodex enthaltenen Empfehlungen zur Unternehmensführung und -steuerung umgesetzt werden.

Außerdem wird der Aufsichtsrat über Status, Plausibilität und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems laufend vom Vorstand unterrichtet. Ferner ist es Aufgabe des Abschlussprüfers, den Aufsichtsrat über seine Prüfung des Risikofrüherkennungssystems zu informieren.

5.3. Interne Kontrollen bei der Finanzberichterstattung

Aufgrund der Notierung der AIXTRON SE an der amerikanischen Technologiebörse NASDAQ ist der Vorstand dafür verantwortlich, die in den Regelungen des Securities and Exchange Acts im US Code of Federal Regulations, Title 17, Chapter II, § 240, 13a–15(f) oder 15d–15(f) geforderten internen Kontrollen für die Finanzberichterstattung einzurichten und zu unterhalten. Damit werden eine zuverlässige Finanzberichterstattung und die einwandfreie Erstellung des Jahresabschlusses sichergestellt. Interne Kontrollen der Finanzberichterstattung umfassen Richtlinien und Verfahren, welche die Führung der Handelsbücher nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung sicherstellen. Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass ein auf dieser Grundlage erstellter Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage des Unternehmens vermittelt. Darüber hinaus stellt ein Berechtigungskonzept sicher, dass sämtliche Geschäftsvorfälle durch den Vorstand bzw. durch ihn autorisierte Personen genehmigt werden. So kann in angemessenem Maße sichergestellt werden, dass unberechtigte Anschaffungen, Verwendungen oder Veräußerungen von Vermögenswerten des Unternehmens, die wesentliche Auswirkungen auf den konsolidierten Konzernjahresabschluss haben könnten, verhindert oder rechtzeitig aufgedeckt werden.

Der Vorstand der AIXTRON SE hat die internen Kontrollen für die Finanzberichterstattung zum Ende des Geschäftsjahres 2013 beurteilt. Die Beurteilung erfolgte auf Grundlage der Kriterien des „1992 Internal Control Integrated Framework“, das vom Committee of Sponsoring Organizations der Treadway Commission (COSO) herausgegeben wurde. Die Beurteilung durch den Vorstand beinhaltete die Gestaltung und die Effektivität der wichtigsten Kontrollen der Finanzberichterstattung, der Prozessdokumentation, der internen Bilanzierungsrichtlinien sowie des Kontrollumfelds. Die Wirksamkeit der Kontrollen wird durch Tests nachgewiesen und durch Überwachungsmaßnahmen sichergestellt. Falls bei einem Test ein Problem identifiziert werden sollte, erfolgt eine Rückmeldung in die Organisation und eine Lösung des Problems wird initiiert. Die internen Kontrollen für die Finanzberichterstattung sind so aufgestellt, dass sie kontinuierlich an die dynamische Entwicklung des Unternehmens angepasst werden.

Nach Einschätzung des Vorstands war das interne Kontrollsystem des Unternehmens für die Finanzberichterstattung zum 31. Dezember 2013 wirksam. Es stellte in geeigneter Weise die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und des Jahresabschlusses für externe Berichtszwecke sicher. Der Vorstand der AIXTRON SE hat das Ergebnis dieser Beurteilung mit dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats erörtert.

Die unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche GmbH, hat den in diesem Geschäftsbericht enthaltenen Konzern-Abschluss geprüft und zusätzlich einen uneingeschränkten „Attestation Report“ gemäß den Regelungen von Abschnitt 404 des Sarbanes Oxley Acts von 2002 zu der Wirksamkeit der Internen Kontrollen für die Finanzberichterstattung erstellt.

5.4. Einzelrisiken

Währungsrisiko und andere Finanzrisiken

AIXTRON erlöst einen wesentlichen Teil seiner Umsätze in Fremdwährungen, d.h. in anderen Währungen als dem Euro. Die für AIXTRON vorherrschende Fremdwährung ist der US-Dollar. Eine ungünstige Entwicklung, insbesondere des US-Dollar/Euro-Wechselkurses, wirkt sich negativ auf die Ertragslage des Unternehmens aus. Zur Absicherung des Wechselkursrisikos prüft die Gesellschaft regelmäßig, inwiefern Kurssicherungsgeschäfte abgeschlossen werden. Mit diesen würden erwartete Zahlungszuflüsse aus fest kontrahierten und erwarteten Kundenaufträgen abgesichert. Im Geschäftsjahr 2013 wurden keine Kurssicherungsgeschäfte abgeschlossen.

AIXTRON beliefert eine Vielzahl von Kunden weltweit und ist damit den üblichen Ausfallrisiken ausgesetzt. Diesem Risiko begegnet das Unternehmen durch konsequente Zahlungsabsicherung, insbesondere durch Anzahlungen, Akkreditive und Bankbürgschaften. Im Anhang zum Konzern-Abschluss 2013 sind diese Instrumente in Anmerkung 17. „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte“ näher beschrieben.

AIXTRON überprüft regelmäßig die Bonität ihrer Banken und wird bei gegebener Veranlassung eine Veränderung bei der Auswahl dieser Partner vornehmen.

Der laufende Finanzmittelbedarf von AIXTRON wird im Allgemeinen durch Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie zu einem geringeren Teil durch staatliche Zuschüsse gedeckt. AIXTRON verfügt über erhebliche liquide Mittel und hat keine Bankverbindlichkeiten. Im Fall einer anhaltend niedrigen Nachfrage und damit einhergehenden weiter niedrigen Umsatzerlösen könnten die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit nicht ausreichen, um AIXTRON zu finanzieren. In diesem Fall müssten zusätzliche Finanzmittel durch Inanspruchnahme von Kreditlinien, durch die Aufnahme von Fremdkapital am Kapitalmarkt oder durch Eigenkapitalmaßnahmen beschafft werden. Sollte dies nicht möglich sein, ließen sich die Geschäftsaktivitäten von AIXTRON nicht im bisherigen Umfang fortführen.

Unternehmensbezogene Risiken sowie markt- und wettbewerbsbezogene Risiken

Die zukünftigen Entwicklungen in der Halbleiterindustrie sind teilweise schwer vorhersehbar und hoch volatil, wodurch die Geschäftsergebnisse von AIXTRON negativ beeinflusst werden können. Außerdem kann sich dies in einer hohen Volatilität des Preises der AIXTRON Aktien oder ADS äußern.

Im aktuellen Marktumfeld, welches durch eine vorherrschende Investitionszurückhaltung speziell der Hersteller von LEDs gekennzeichnet ist, besteht das Risiko einer weiterhin ausbleibenden Markterholung und einer damit einhergehenden nicht eintretenden Verbesserung der Auftragslage. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage haben.

Der Anlagenbau für die Halbleiterindustrie ist von den erheblichen Angebots- und Nachfrageschwankungen der Halbleiterindustrie selbst gekennzeichnet. Obwohl Halbleiter in vielen verschiedenen Produkten eingesetzt werden, korrelieren die Märkte für diese Produkte in unterschiedlicher Weise. Der Zeitpunkt, die Dauer und der Umfang dieser zyklischen Schwankungen sind nur schwer vorherzusehen. Im Falle einer sinkenden Nachfrage nach Halbleiteranlagen muss AIXTRON in der Lage sein, rechtzeitig seine Kostenstruktur an die geänderten Marktbedingungen anzupassen und die Vorräte rechtzeitig und in ausreichendem Umfang abzubauen und gleichzeitig zu versuchen, Mitarbeiter in Schlüsselpositionen zu halten. Die Fähigkeit der Gesellschaft, Ausgaben als Reaktion auf Umsatzrückgänge schnell zu reduzieren, ist durch einen gewissen Fixkostenanteil eingeschränkt. Steigt die Nachfrage nach Halbleitern, muss AIXTRON in der Lage sein, kurzfristig ausreichende Herstellungskapazitäten und Vorratsbestände aufzubauen sowie eine ausreichende Anzahl qualifizierter Mitarbeiter einzustellen und zu halten.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass LED-Hersteller vor dem Hintergrund von Schwierigkeiten bei der Bereitstellung von Produktionsstätten oder einer Verknappung der Rohstoffversorgung oder eingeschränkter Verfügbarkeit von Finanzierungsmitteln ihre Produktionsmenge nicht weiter erhöhen können. Sollte dies eintreten, könnten AIXTRON Kunden versuchen, einen Lieferaufschub der bestellten Anlagen zu erwirken.

Kunden verstärken oder verzögern oft ihre Investitionsausgaben oder versuchen als Reaktion auf Veränderungen ihres Geschäftsumfelds oder der Märkte ihre Bestellungen zu stornieren oder zu verschieben. Daraus resultiert die Notwendigkeit, dass AIXTRON schnell auf diese Angebots- und Nachfrageschwankungen reagieren muss. Das Scheitern einer Anpassung der Kostenstruktur oder Produktionskapazitäten könnte zu deutlichen Verlusten oder entgangenen Gewinnen bei einer Nachfragesteigerung führen. In beiden Fällen könnten die Geschäftsergebnisse negativ beeinflusst werden, was sich ebenfalls in einer hohen Volatilität des Preises der AIXTRON Aktien oder ADS äußern kann.

Der Zyklizität der Halbleitermärkte begegnet AIXTRON mit einer sehr geringen Fertigungstiefe in der Produktion. Damit stützt sich AIXTRON sehr stark auf seine Zulieferer. Zur Risikominimierung in diesem Bereich nutzt AIXTRON in der Beschaffung in der Regel mindestens zwei Lieferanten pro Artikel.

AIXTRON investiert in erheblichem Maße in Forschung und Entwicklung und der zukünftige Erfolg von AIXTRON hängt entscheidend davon ab, ob es gelingt, die in der Forschung und Entwicklung gewonnenen Erkenntnisse in Markterfolge umzusetzen. Sollte dies nicht gelingen, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage haben.

Ein insgesamt für die Halbleiterindustrie geschäftstypisches Risiko sind Rechtsstreitigkeiten über Patente und andere Schutzrechte. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass AIXTRON solchen Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt wird. Die damit verbundenen Kosten können erheblich sein. Diesem Risiko begegnet AIXTRON unter anderem durch eine ständige und weltweite Patentanalyse.

Weitere Informationen über Risiken finden Sie im Abschnitt „Risk Factors“ im SEC-Jahresbericht von AIXTRON für das Geschäftsjahr 2013 („Form 20-F“), welcher am 25. Februar 2014 bei der US Securities and Exchange Commission eingereicht wurde.

5.5. Gesamtaussage zur Risikosituation

Der Vorstand hat im abgelaufenen Geschäftsjahr keine bestandsgefährdenden Risiken für die AIXTRON SE und ihre Tochtergesellschaften identifiziert. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind auch weiterhin nicht erkennbar.

6. Prognosebericht

6.1. Künftiges Marktumfeld

Der IWF-Bericht vom 21. Januar 2014 prognostiziert für das laufende Geschäftsjahr ein Weltwirtschaftswachstum von 3,7% (2013: 3,0%). Eine deutliche Beschleunigung des Wachstums wird insbesondere in den großen Industrienationen erwartet, wo auch der Euro-Raum die Rezession hinter sich lassen und wieder nennenswerte Wachstumsraten erzielen soll. Daher sind zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentlichen Störungen der Geschäftsentwicklung von AIXTRON durch das allgemeine weltwirtschaftliche Umfeld zu erwarten, wenngleich neuerliche Rückschläge für die Weltwirtschaft nach wie vor nicht ausgeschlossen werden können.

Gartner Dataquest errechnet in einer Studie aus dem Dezember 2013 eine rückläufige Investitionstätigkeit in der Halbleiterindustrie um 4,6% auf USD 56 Mrd. im Jahr 2013. Für 2014 rechnet Gartner mit einer Erholung der Investitionstätigkeiten um etwa 9,9% auf ca. USD 61,5 Mrd. Für 2015 sollen die Investitionen weiter auf USD 69 Mrd. steigen.

Laut Gartner Dataquest werden Investitionen in sogenannte Wafer-Fab-Anlagen, zu denen auch die Depositionsanlagen von AIXTRON gehören, von USD 26,9 Mrd. in 2013 um rund 16% auf USD 31,3 Mrd. in 2014 ansteigen. Im Jahr 2015 werden sie voraussichtlich weiter auf USD 36,6 Mrd. steigen.

Finanz- und Marktexperten beziffern das Gesamtvolumen des Marktes für MOCVD-Anlagen zum Jahresende 2013 zwischen USD 305 Mio. und USD 340 Mio. Die Experten gehen davon aus, dass es sich im Jahr 2014 auf USD 340 Mio. bis USD 375 Mio. erhöhen wird, wenn der Markt sich von den Überkapazitäten in der LED-Produktion erholt. 2015 wird die Investitionstätigkeit dann voraussichtlich weiter wachsen und ein Volumen von USD 339 Mio. bis USD 635 Mio. aufweisen.

Der Markt für Silizium-Leistungsbauelemente wird nach Schätzungen von Gartner (August 2012) im Zeitraum von 2011 bis 2016 von USD 10,2 Mrd. auf USD 14,2 Mrd. anwachsen. Laut einer Studie von IHS (Mai 2013), könne der Markt für SiC und GaN Leistungsbauelemente, die mit AIXTRON Anlagen hergestellt werden, im Jahr 2016 ein Volumen von USD 740 Mio. erreichen. Eine präzise Schätzung der Marktgröße für die entsprechenden Produktionsanlagen ist zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.

Die Marktbereiche, die AIXTRON mit seinen OVPD®, PVPD und PECVD Technologien adressiert, haben mittel- bis langfristig ein deutliches Wachstumspotenzial, weil die Hersteller ständig um Effizienzverbesserungen bemüht sind. Optimierung von Funktionalitäten und Einsparung von Kosten werden in Zukunft entsprechende Investitionen nötig machen. In dem extrem wettbewerbsintensiven Markt für Fernseher oder Bildschirme konkurrieren neue, effiziente Technologien, wie die oben genannten zur großflächigen Beschichtung mit organischen Materialien, derzeit noch mit anderen, herkömmlichen Produktionsmethoden. Da der Marktdurchbruch von diesen Spitzentechnologien zeitlich nicht genau abzuschätzen ist, kann zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Angabe einer Marktgröße oder eines Marktanteils gemacht werden.

Der Zielmarkt für AIXTRON ALD-Anlagen zur Herstellung spezieller Anwendungen wie Steuerelektroden und Kondensatorstrukturen (Gate Stacks, Capacitors) wird von Gartner Dataquest (August 2013 per Jahresende 2013 auf USD 260 Mio. geschätzt (2014e: USD 318 Mio.; 2015e: USD 401 Mio.). Infolge der Qualifizierung der AIXTRON QXP-Technologie durch einen führenden koreanischen Chiphersteller und weiterer Anlagen in der Qualifikationsphase bei zwei anderen Chipherstellern, geht AIXTRON in diesem Bereich von Wachstumspotential aus.

6.2. Erwartete Ertrags- und Finanzlage

Die weltweite Nachfrage nach LEDs nimmt vor dem Hintergrund der zunehmenden Akzeptanz von LEDs im Markt für allgemeine Beleuchtungsanwendungen weiter zu. Trotz dieser ermutigenden Entwicklungen blieben AIXTRONs Kunden mit nennenswerten Investitionen in neue LED-Produktionskapazitäten zurückhaltend.

Der Vorstand geht jedoch davon aus, dass die Nachfrage nach MOCVD-Kapazitäten mit weiter wachsender LED-Nachfrage ebenfalls steigen wird. Allerdings sind der genaue Zeitpunkt und das Ausmaß nur schwer vorherzusagen. Die Visibilität bleibt weiterhin gering.

Da die MOCVD-Produktionsanlagen auch in 2014 den größten Anteil am AIXTRON Umsatz ausmachen werden, kann der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr 2014 derzeit keine genaue Prognose für Umsatzerlöse und Ertrag abgeben. Als Folge der fortgeschrittenen Kostenreduktion und Restrukturierung des Unternehmens, erwartet der Vorstand jedoch eine Verbesserung des Ergebnisses in 2014 gegenüber dem Vorjahr. Unter Zugrundelegung einer Betrachtung der aktuellen Nachfragesituation geht der Vorstand davon aus, im Geschäftsjahr 2014 Umsatzerlöse in Höhe der Vorjahresumsätze bei einem weiterhin negativen aber deutlich verbesserten Betriebsergebnis zu erzielen, was mit einer weiterhin negativen Eigenkapitalrendite einhergeht. Neben dem Umsatzanteil der MOCVD-Anlagen zur Produktion von LEDs werden Ersatzteile und Kundendienst sowie andere Anlagentechnologien für die Herstellung von Speicherchips oder Leistungselektronik weiteren Anteil am Umsatz haben.

Die Höhe der betrieblichen Aufwendungen wird dabei insbesondere durch die Investitionen in Forschung und Entwicklung definiert, sehen wir es doch als unsere Kernaufgabe die Produkt-Fahrpläne unserer Zukunftstechnologien, wie LED, OLED etc., in Bezug auf Zeit, Qualität und Kosten konsequent zu realisieren.

Auch im Geschäftsjahr 2014 werden wir die Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz fortsetzen. Ein besonderes Augenmerk liegt weiter auf der Disziplin bei Kosten- und Mittelverwendung. Zudem stehen die Markteinführung unserer neuen MOCVD-Anlagengeneration und die gezielten Investitionen in die für AIXTRON relevanten Zukunftstechnologien im Mittelpunkt.

Unter der Voraussetzung einer deutlichen Marktbelebung speziell im Bereich der LED-Anwendungen könnte das Geschäftsjahr 2014 gemessen an den Umsatzerlösen und Ergebnis insgesamt besser verlaufen als derzeit erwartet. Kurzfristig hängt eine solche Marktbelebung wesentlich von der weiter voranschreitenden Durchsetzung der LED für allgemeine Beleuchtungsanwendungen ab. Die Marktentwicklung könnte durch eine erwartete Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds begünstigt werden.

Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Gesellschaft auch im Geschäftsjahr 2014 keine Finanzierung durch externe Banken benötigen wird. Wir erwarten darüber hinaus, auch zukünftig eine solide Eigenkapitalbasis vorweisen zu können.

6.3 Gesamtaussage zur zukünftigen Entwicklung

Aufgrund unserer nachgewiesenen Fähigkeiten, Best-in-Class Depositionsanlagen für eine Vielzahl von Abnehmermärkten zu entwickeln und zu vermarkten, sind wir weiterhin von den positiven kurz-, mittel- und langfristigen Zukunftsaussichten für AIXTRON und seine Zielmärkte überzeugt.

Die Gewinnschwelle bezogen auf das operative Ergebnis wird unter der Voraussetzung einer zu erzielenden Bruttomarge von 40 Prozent und betrieblichen Aufwendungen in Höhe von ca. EUR 100 Mio. ab Umsatzerlösen von rund EUR 250 Mio. erreicht.

AIXTRON verfügte zum 31. Dezember 2013 über keinerlei rechtsverbindliche Vereinbarungen über Finanzbeteiligungen, Unternehmenserwerbe oder Veräußerungen von Unternehmensteilen.

7. Übernahmerelevante Angaben gemäß § 315 Abs. 4 HGB

Das Grundkapital der AIXTRON SE betrug zum 31. Dezember 2013 EUR 112.613.445 (31. Dezember 2012: 101.975.023; 31. Dezember 2011: 101.789.527). Es ist eingeteilt in 112.613.445 auf den Namen lautende Stammaktien ohne Nennbetrag mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie. Je eine Namensaktie ist anteilig am Grundkapital der Gesellschaft beteiligt und mit je einer Stimme auf der Hauptversammlung voll stimmberechtigt. Sämtliche Namensaktien sind voll eingezahlt. Die Aktien sind in Form einer Globalsammelurkunde hinterlegt; der Anspruch der Aktionäre auf Verbriefung ihres Anteils ist ausgeschlossen. Weder das Stimmrecht je Aktie noch die Übertragbarkeit der Aktien der Gesellschaft unterliegen gesellschaftsrechtlichen satzungsmäßigen Beschränkungen. Es bestehen keine Aktiengattungen mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Es bestehen auch keine Vereinbarungen zur Stimmrechtskontrolle, soweit Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Stimmrechte nicht selbst ausüben.

Derzeit könnte zusätzlicher Kapitalbedarf vor allem durch folgende von der Hauptversammlung genehmigte Kapitalia gedeckt werden:

Kapitalia31.12.2013Genehmigt seitAblaufdatum31.12.201231.12.20112013-2012
(EUR oder Anzahl Aktien)
Ausgegebene Aktien112.613.445----101.975.023101.789.52710.638.422
Genehmigtes Kapital 2012 - Bar- oder Sachkapitalerhöhung mit Bezugsrecht der Altaktionäre10.422.81716.05.201215.05.201710.422.81700
Genehmigtes Kapital 2011 - Bar- oder Sachkapitalerhöhung mit oder ohne Bezugsrecht der Altaktionäre30.248.81319.05.201118.05.201640.471.94640.471.946-10.223.133
Bedingtes Kapital I 2012 - Ermächtigung zur zukünftigen Begebung von Wandlungsrechten o. Optionsscheinen40.715.81016.05.201215.05.201740.715.81000
Bedingtes Kapital II 2012 - Aktienoptionsprogramm 20124.208.72616.05.201215.05.20174.208.72600
Bedingtes Kapital II 2007 - Aktienoptionsprogramm 20072.927.22622.05.200731.12.20183.136.6283.298.774-209.402
Bedingtes Kapital 4 - Aktienoptionsprogramm 2002516.21022.05.200231.12.2016722.097745.447-205.887
Bedingtes Kapital 2 - Aktienoptionsprogramm 19991.926.00526.05.199931.12.20171.926.0051.926.0050

Die Gesellschaft ist gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis zum 20. Mai 2018 eigene Aktien im anteiligen Betrag am Grundkapital in Höhe von bis zu EUR 10.208.612 zu erwerben. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen einmal oder mehrmals durch die Gesellschaft ausgeübt werden. Der Erwerb von eigenen Aktien darf (1) über die Börse oder (2) mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots der Gesellschaft erfolgen.

Satzungsänderungen hinsichtlich Kapitalmaßnahmen erfordern einen Beschluss der Hauptversammlung, der durch eine Dreiviertelmehrheit des auf der Hauptversammlung vertretenen Grundkapitals gefasst wird (Art. 59 SE-VO, § 179 AktG). Andere Satzungsänderungen erfordern eine Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen oder, sofern mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist, die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Zum 31. Dezember 2013 befanden sich ca. 20% der AIXTRON Aktien in Besitz von Privatpersonen, rund 80% wurden von institutionellen Investoren gehalten. Der größte nicht-institutionelle AIXTRON Aktionär war die Camma B.V., Renesse (Niederlande) mit 6,8% der AIXTRON Aktien. Circa 93,2% der Aktien befanden sich gemäß der Definition der Deutschen Börse in Streubesitz.

Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern erfolgen durch den Aufsichtsrat der Gesellschaft. Die einzelnen Vorstandsmitglieder werden für einen Zeitraum von höchstens sechs Jahren bestellt und können danach erneut bestellt werden.

Sollte ein „Change of Control“-Tatbestand vorliegen, sind die einzelnen Vorstandsmitglieder dazu berechtigt, ihr Dienstverhältnis mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Kündigungstermin niederzulegen. Bei Beendigung der Tätigkeit aufgrund eines so genannten „Change of Control“-Tatbestands erhalten alle Vorstandsmitglieder eine Abfindung in Höhe der für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags von der Gesellschaft voraussichtlich geschuldeten festen und variablen Bezüge, maximal aber in Höhe von zwei Jahresbezügen. Ein „Change of Control“-Tatbestand im vorgenannten Sinne liegt vor, wenn ein Dritter oder eine Gruppe von Dritten, die ihre Anteile vertraglich zusammenlegen, um dann als ein Dritter aufzutreten, mehr als 50% des Grundkapitals der Gesellschaft direkt oder indirekt hält bzw. halten. Außer den vorgenannten bestehen keine weiteren „Change of Control“-Klauseln.

8. Versicherung der gesetzlichen Vertreter im Konzernabschluss

Versicherung der gesetzlichen Vertreter gemäß § 37y Nr. 1 WpHG i.V.m. §§ 297 Abs. 2 Satz 4 und 315 Abs. 1 Satz 6 HGB für den Konzernabschluss:

„Wir versichern nach bestem Wissen, dass, gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen, der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf, einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns, so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.“

Herzogenrath, 24. Februar 2014

AIXTRON SE, Herzogenrath

Der Vorstand

 

Martin Goetzeler Wolfgang Breme Dr. Bernd Schulte